Review

Stephen Dorff, der mir seit SO FUCKING WHAT sehr an's Herz gewachsen ist, hier nach eben genanntem Meisterwerk des Independent-Kinos in seiner bereits zweiten Medien- und Showbiz-Satire.

Hier verkörpert er gewoht umwerfend den leicht fanatischen Untergrund-Filmemacher Cecil B. Demented (... eine Art Che Guevara des Independent-Kinos), der dem Mainstream den Krieg erklärt hat.
Zusammen mit seiner Crew bestehend aus lauter Wahnsinnigen, Lesben und perversen Satanistinnen entführt er eine angesagte, hochnäsige Hollywood-Diva (Melanie Griffith) und zwingt sie in seiner monumentalen Low-Budget-Produktion mitzuarbeiten, die sich den Untergang des Mainstreams zum Thema gemacht hat.
Was die verdutzte Schauspielerin aber erst mit der Zeit rauskriegt: der Film soll hyperauthentisch sein, weshalb echte Überfälle mit echten Ballermännern auf echte Kinos und Big-Budget-Produktionen durchgeführt werden.
Bald wird die Crew im ganzen Land als Terrororganisation geächtet.
Der finale Kampf zwischen Glammer und Trash kann beginnen...

John Waters, der sich mit Perverso-Trash-Bomben wie PINK FLAMINGOS und Medien-Satiren wie SERIAL MOM einen Namen gemacht hat, stellt einmal mehr sein Geschick unter Beweis die Traumfabrik Hollywood auf die Schippe zu nehmen.
"Forrest Gump 2", der Director's Cut von "Patch Adams" ... Waters lässt keine Gelegenheit aus den Mainstream und dessen Anhänger durch den Kakao zu ziehen und ihn als strunzdämliche Konsumenten-Falle anzuprangern.
Da bleibt kein Auge trocken. Nie zuvor hat der Humor in einem Waters-Film derartig gezündet. Besonders wenn man, wie ich, selbst eine gewisse Abneigung gegenüber überzüchtete Blockbuster-Massenware aus Amiland hat, wird man an CECIL B. gewiss mächtig viel Spaß haben.

Die Darsteller, allen voran natürlich Stephen Dorff, überzeugen auf ganzer Linie. Selbst Melanie Griffith die für mich in cineastischer Hinsicht schon längst gestorben und begraben war, liefert hier einen einfach umwerfenden Part ab und stellt, wie jeder Mitwirkende, Sinn für Humor und Mut zur Selbstironie unter Beweis.

Und genau diese beiden Attribute sind auch für den Zuschauer unumgängliche Grundvoraussetzung, da CECIL B. ganz Waters-like natürlich wieder nicht mit perversen und anstößlichen Einfällen geizt.
Der Angriff der Wichser (... wortwörtlich zu verstehen), brennende Rollstuhlfahrer und die Auswirkungen von Sex-Verbot am Set sind nur einige herausragende Sehenswürdigkeiten, die uns Herr Waters neben einer Menge Gewalt und Dirty Talk hier präsentiert.

Mein Fazit daher:
Eine Hymne des Independent-Kinos. Ein Hetzfilm gegen den Mainstream.
Einfach genial!

DEMENTED 4 EVER!!!!

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