Cecil ist ein ambitionierter Regisseur. Zwar hat er noch keine Erfahrung, weiß aber genau, was er machen will: Dem typischen Hollywoodfilm den Kampf ansagen. Dazu entführt er mit seiner putzigen Bande die ausgelutschte Schauspielerin Honey Whitlock, die dann in seinem eigenen Film die Hauptrolle spielen soll. Nur langsam fügt sie sich den an sie gestellten Anforderungen. Der Film im Film selbst wird an realen Schauplätzen mit realem Geschehen und nur mit einem Take gedreht.
Das Motto des Films, die kapitalistische Filmindustrie zu verarschen, wird an jeder erdenklichen Stelle und gar nicht subtil erfüllt. Dreharbeiten an einem zweiten "Forrest Gump" sind da noch als indirekt anzusehen, was man von den Hasstiraden des Indipendentführers Cecil wirklich nicht mehr behaupten kann. Wie sein Nachnahme "Demented" vermuten lässt, ist dieser ziemlich abgedreht. Mit seinen Monologen motiviert er seine Mitstreiter und macht aus seiner Attitüde quasi eine Religion. Bis der Film fertig ist, soll zum Beispiel kein Beischlaf mehr unternommen werden.
Stephen Dorff mimt die Rolle des Cecil ausgezeichnet mit viel Elan und überzeugender Gestik. Die Begeisterung schwappt häufig auch auf den Zuschauer über. Daneben erblasst natürlich die gewollt trashige Leistung von Melanie Griffith als eingebildete Schauspielerin, die den gestellten Anforderungen trotzdem voll und ganz gerecht wird. Die Nebendarsteller, darunter auch Maggie Gyllenhaal als Satanistin, sind auch als solide zu bezeichnen, doch nicht als herausragend. Dazu sind die Dialoge meist nicht ausreichend ausgearbeitet.
Überhaupt wirkt die Truppe um Cecil mit ihren verschieden Gestalten zu zwanghaft eingebracht, was in der Vorstellungszene besonders auffällt. Unbedingt viele verschiedene Charaktere einzubauen ist keinesfalls der Weg zu einem guten Film. Darüber hinaus ist der Aufbau ziemlich durchwachsen, da sich den Film über von einem Spot zum anderen gearbeitet wird, als einziges Ziel die Fertigstellung des Films vor Augen. So fehlt es an Spannung und Alternanz. Trotzdem hat der Film zahlreiche kultige Sequenzen, was auch an der guten Musik liegt, die den Film untermalt. Gerade die ansonsten etwas klotzigen Szenen im Hauptquartier bekommen durch coole Songs manchmal eine interessante Atmosphäre. An anderen Stellen des Films ist die Musik aber auch ziemlich schlecht eingespielt, weswegen Potential vergeudet wird. Als störend empfand ich auch die Unart, keine richtigen Übergänge kreieren zu können, weshalb bisweilen langweilige Fade-outs ins Schwarze gemacht wurden.
So macht "John Waters' Cecil B." aus der guten Idee zu wenig, der Film kommt zu kantig und unausgereift daher. Die guten Aspekte gehen deshalb bei dem kultverdächtigen Film einfach unter. Was bleibt, ist ein trotzdem gelungener Film mit einer gehörigen Portion Eigencharakter und unterhaltendem Humor.