Irgendwie können die Weihnachtsfilme von Hallmark kaum mehr überraschen, - selbst wenn es ausnahmsweise nicht um ein völlig ungleiches Paar geht, welches ganz am Ende doch vertraut unterm Mistelzweig schnäbelt. Obwohl, dieses Paar ist vorhanden, doch darüber hinaus immerhin ein ganzes Ensemble weitgehend sympathischer Figuren.
Der Flug von Portland nach Denver wurde gestrichen, während Weihnachten vor der Tür steht. Also findet sich noch am Flughafen eine einander fremde Gruppe zusammen, um die Strecke in einem Van gemeinsam zurückzulegen. Während Maya die einzelnen während der Tour interviewt, offenbaren die Mitreisenden ihre großen und kleinen Päckchen…
Es ist fast wie ein Roadtrip ohne Road, denn allzu viel ist von den jeweiligen Stationen nicht zu sehen. Ab und an gibt es einige Landschaftsaufnahmen und weihnachtlich geschmückte Sets, doch sonderlich abenteuerlich mutet die Chose nicht an. Und soviel sei verraten: Das Grausamste während dieser Fahrt ist eine Autopanne, - natürlich ohne Verletzte.
Die Individuen offenbaren sich im Verlauf als weitgehend sympathisch: Da gibt es den mürrischen Alten, ein asiatisches Paar mit den obligatorischen Verständigungsproblemen, eine Mutter mit Sohn, eine verkappte Sängerin, die Influencerin und eben die vermeintlich ungleichen Dana und Clay mit den obligatorischen Anfangsproblemen.
Die Ausführungen der jeweiligen Hintergründe fördern zwar ein wenig Emotionalität zutage, wirken jedoch nie überdramatisiert. So lässt sich nachvollziehen, warum ein Sorgerechtsstreit einen wunden Punkt trifft, eine Adoptivmutter Angst vor der Begegnung mit der leiblichen Mutter hat und weshalb eine junge Frau besonders rastlos daherkommt, um eine bestimmte Tatsache zu überspielen. Die Figuren sind treffend besetzt und werden routiniert von den passablen Mimen zum Leben erweckt.
Leider wird es am Ende ein wenig hastig, sobald die Reise beinahe beendet ist. Da stimmt das Timing hier und da nicht, es gibt arg überkonstruierte Momente und manche Probleme werden in Sekundenschnelle gelöst, - Hallmark eben. Die nur 83 Minuten sprechen allerdings für Kurzweil und einige Szenen erwärmen tatsächlich ein wenig das Herzchen. Immerhin.
6 von 10