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Regisseur Serik Beyseu scheint sich innerhalb kurzer Zeit an einigen mystischen Erscheinungen abarbeiten zu wollen, denn nach „Succubus – Dämonische Begierde“ folgt direkt das Flüstern der Hexe. Einer, die zwar zu keiner Zeit zu sehen, doch immerhin zu hören ist.

Eine leer stehende Villa wird vier Teenagern zum Verhängnis. Paul, der die Ermittlungen um das Todesopfer übernimmt, gerät in einen düsteren Strudel der Vergangenheit, denn auch er und weitere Kinder betraten seinerzeit die Villa, in der einst eine Hexe gehaust haben soll…

Die Tongebung ist von Vornherein grau und düster und das latent Trostlose durchzieht die komplette Handlung, aber auch nahezu sämtliche Figuren. Paul ist Alkoholiker und bangt um das Leben seines Sohnes, der seit zwei Monaten im Koma liegt. Freunde von damals sind inzwischen zu Nerds mutiert oder haben arge familiäre Probleme, was wiederum auf den Nachwuchs überzugreifen scheint.

Neben der verwaisten Villa geht es um einen geheimnisvollen Phonographen, um Menschenopfer, die titelgebende Hexe und die Beeinflussung einiger Individuen, welche wie im Bann handeln. Dies wird weitgehend unaufgeregt vorgetragen. Bis auf einen wuchtig inszenierten Unfall und kleinere Wunden gibt es selten etwas Explizites zu erhaschen und die Handlung schleppt sich phasenweise etwas träge voran. Zwar erhält man dabei einigermaßen brauchbare Figurenzeichnungen, doch abgesehen von der düsteren Stimmung will sich lange Zeit kaum Spannung einstellen.

Dies ändert sich selbst im finalen Akt nur geringfügig und obgleich einige Beweggründe zu kleinen Verwicklungen und Enthüllungen führen, bleibt die Form der Inszenierung sparsam, wozu auch das komplette Ausklammern einer visualisierten Hexe zählt. Weniger ist zwar manchmal mehr, doch den Ansatz einer Entität hätte man durchaus mithilfe von geschickten Andeutungen liefern können.

Auch darstellerisch kann sich niemand positiv hervortun und obgleich das zurückhaltende Spiel zur Stimmung passt, wirkt es auf Dauer etwas einlullend, fast schon beiläufig, was der Score in vielen Belangen unterstreicht. Der Stoff kommt trotz einiger gelungener Ansätze und storytechnischer Kniffe nie aus dem Quark und selbst das Finale weist nur eine geringe Temposteigerung vor. Ist eher etwas für Zuschauer, die sich von der latent grauen Atmosphäre in Beschlag nehmen lassen wollen, doch unheimliche Ereignisse in geballter Form sollte man beileibe nicht erwarten.
5,5 von 10


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