Sein guter Ruf als Regisseur epischer Filme könnte dafür gesorgt haben, dass Mel Gibson trotz verbaler Entgleisungen noch immer ein gefragter Mann im Geschäft ist. Sein Action-Thriller fällt jedoch eine ganze Nummer kleiner aus als seine bisherigen Kinofilme, da sich die Handlung zu 90 Prozent an Bord einer kleinen Cessna abspielt.
Air-Marshall Madolyn (Michelle Dockery) erwischt den Mafia-Buchhalter Winston (Topher Grace) in einem Motel in Alaska und handelt einen Kronzeugendeal aus. Mit einer Cessna und dem redseligen Piloten (Mark Wahlberg) soll es nach New York gehen, doch jener entpuppt sich als psychopathischer Auftragskiller…
Gibson fackelt nicht lange und reduziert das Vorgeplänkel auf nur wenige Szenen, bei denen bereits ein deutlicher Hang zu humorigen Einschüben durchschimmert. Rasch befindet sich das Trio an Bord und man muss sich nicht allzu lange gedulden, bis der vermeintliche Sunnyboy sein wahres Gesicht offenbart, - in doppelter Hinsicht, denn unter der Kopfbedeckung trägt der Killer eine Fleischmütze (die sich Wahlberg jedoch nur wegrasierte, was in einigen Einstellungen deutlich sichtbar wird).
Rangeleien und verbale Attacken sind also vorprogrammiert und im Verlauf geht es in erster Linie darum, die Maschine halbwegs sicher zu landen, wobei ein Fluglotse per Sattelitentelefon durchaus hilfreich sein kann. Da die Handlung über weite Teile kammerspielartig anmutet, wird noch ein Nebenhandlungsstrang über einen Maulwurf in den eigenen Reihen beigemengt, was allerdings reichlich konstruiert daherkommt und nicht allzu viel Suspense zutage fördert.
Da allerdings auf allen Seiten zuweilen irrational und wenig achtsam gehandelt wird, kommt es regelmäßig zu Konfrontationen, während selbstverständlich das Benzin knapp wird, - Überraschungen oder gar Wendungen sind hier Fehlanzeige, doch immerhin gibt es keine Atempausen, während der Aspekt der unberechenbaren Gefahr bei Laune hält.
Dies ist in erster Linie der psychopathischen Gestalt Wahlbergs zu verdanken, der sich während der nur 22 Tage Drehzeit permanent in seine Rolle befunden und sich anschließend bei seinen Mitstreitern entschuldigt haben soll. Grace performt demgegenüber weitaus bodenständiger als latent nervöser Angsthase, während Dockerys Figur mit nur einem vagen Hintergrund beinahe ein wenig undankbar ausfällt, was die Schauspielerin jedoch gut mit einer ordentlichen Präsenz auszugleichen vermag. Der Score ist zwar gut abgestimmt, er wird allerdings etwas zu überstrapaziert eingesetzt.
Am Ende des Fluges wirkt die Chose zuweilen etwas zu komprimiert, dadurch eventuell leicht überkonstruiert, während sie in den finalen Minuten ein wenig übers Ziel hinausschießt.
Unterhaltsam bleibt die Sache dabei allemal, schon allein, weil man sie mit riesigen Monitoren als vorbeiziehende Alaska-Landschaft glaubhaft in Szene setzte. Aufgrund der überschaubaren Ausgangslage kein sprichwörtlicher Überflieger, aber als Kurzstreckenflug von 90 Minuten ganz passabel.
6,5 von 10