Gibson auf DTV-Niveau
Einst Spektakel wie „Braveheart“ und „Apocalypto“ - nun Über-den-Wolken-Stuss wie „Flight Risk“. Man kann nicht sagen, dass sich Mel Gibsons Karriere im Aufwind befindet… Um es noch freundlich auszudrücken. Dennoch sollte er bei seinen ganzen Ausfällen wohl eher froh sein, überhaupt noch in der Traumfabrik arbeiten zu können, selbst wenn er ziemlich bescheuert aus jeglichem Marketing herausgehalten wird, oder zumindest sein Name. Und wir Zuschauer sollten wohl froh sein, dass wir überhaupt noch Filme von ihm bekommen. Andererseits: vermisst hätte ich „Flight Risk“ ganz sicher nicht… Handlung: ein Kronzeuge gegen die Mafia soll aus seinem eiskalten Exil mit einer winzigen Frachtmaschine ausgeflogen werden. Nur er, die Agentin und der Pilot. Blöd nur, dass der Pilot ein auf ihn angesetzter Auftragskiller und Psychopath ist, der den gemütlichen Drei-Personen-Flug schnell in eine mehr als angespannte Situation verwandelt…
Gut wegzugucken - aber nicht gut!
Der Trailer verrät schon nahezu den gesamten Film. Als pures, dummes Entertainment und „Spannungskino“ gibt Gibsons neueste Fingerübung allerdings schon eine okaye Figur ab. Wahlberg hat Spaß bei der Sache. Ein paar ungenierte Sprüche sind frech und lassen schmunzeln. Seine Halbglatze sieht lächerlich aus. Es gibt einige schöne Ausblicke über verschneite Bergkuppen. Und mit 90 Minuten Laufzeit überstrapaziert „Flight Risk“ ganz sicher niemandes Geduld. Ein kompakter, guter Thriller fühlt sich für mich dennoch anders an. Topher Grace kann’s immer noch nicht und ist gefühlt im falschen Film. Lächerlich und nervig. Einige Computereffekte sind katastrophal. Und nicht nur Richtung, sondern gleich das gesamte Ziel samt generischer Klischees und Actionpassagen ist von Beginn an jedem klar. Selbst ohne verräterisches Marketing. Der flotte Flug als oberflächliche Achterbahnfahrt kann vielleicht ein bisschen die Zeit vertreiben. Dennoch sind das leerste Kalauer-Krawall-Kalorien. Unter Gibsons Liga in jeder Beziehung im Grunde.
Fazit: kurzweilig, kurz, kurzsichtig, Kurzstrecke… Kotztüten braucht man zwar nicht. Erste Klasse könnte aber dennoch kaum weiter entfernt sein. Das sollte nicht Gibsons Anspruch sein!