Der psychedelische Vorspann und die surreale Eingangssequenz lassen keine Zweifel daran, dass DAS VERFLUCHTE HAUS zwar ein reißerischer Titel, doch für dieses schräge Filmwerk sehr unzutreffend ist. Der Originaltitel A QUIET PLACE IN THE COUNTRY ist zwar gegen DAS VERFLUCHTE HAUS verkaufsstrategisch ein lahmer Zock, doch trifft es meines Erachtens präziser auf den Kopf. Tatsache bleibt, dass der Streifen eine sehr anstrengende Mixtur aus verschiedenen Genrebereichen ist.
Die sehr gut performenden Schauspieler Vanessa Redgrave und Franco Nero, die damals wie heute ein wirkliches Paar sind, meistern diese komplizierte Angelegenheit mit Bravour, ohne dass der Film ins Lächerliche abrutscht.
Einflüsse von Satire, Mystery, Drama und Psychothriller sind deutlich auszumachen und brettern in fließenden Grenzen über den Bildschirm. Fast haltlos wie ein Fiebertraum ergießt sich die Angelegenheit über den Zuschauer, bei dem man eine gewisse Vorliebe zu Arthouse-Szenerien voraussetzt. Mainstreamer werden wohl nicht so sehr an der Glotze festkleben, denn wo Franco Nero draufsteht, muss nicht unbedingt ein Mafiafilm oder Italo-Western dahinterstecken. Zudem kommt noch, dass das schwierige Teil von der Musik von Ennio Morricone getragen wird, der sich diesmal zu extrem schrägen Musikkompositionen hinreißen ließ, die Innovationsmuffel bestimmt abschrecken.
Wer sich auf DAS VERFLUCHTE HAUS einlässt, bekommt sehr viel in 100 Minuten geboten, obwohl es letztendlich nicht einfach ist, den roten Faden zu finden. Auch ist das Geschehene jederzeit vielseitig interpretierbar und lässt dem Zuschauer viel Raum zum Nachdenken.
Aber man muss auch ehrlich sein, ob es ein Kunstfilm oder eine nervige und schier ungenießbare Belanglosigkeit ist, bleibt wie vieles im Auge des Betrachters und muss sich dessen Beurteilung beugen.
Fazit:
Zeitloser Endsechziger, dessen Interpretationsfreiraum quer im Halse steckenbleiben kann.