Wenn man „Der Trip“ etwas zugute halten muss, dann ist es seine uneingeschränkte Authentizität. Nicht, dass ich wüsste, wie es ist, voll gepumpt mit LSD durch die Gegend zu steuern, aber wenn Ende der Sechziger Jack Nicholson ein Drehbuch schreibt, Roger Corman Regie führt und dazu Peter Fonda und Dennis Hopper in Hauptrollen zu sehen sind, dann kann man schon davon ausgehen, etwas von Leuten mit Ahnung von der Materie vorgesetzt zu kriegen.
Leider funktioniert der Film von Produzentenlegende Corman dann auch höchstens auf halluzinogener Ebene, denn betrachtet man das bei klarem Verstand und vor allem in der heutigen Zeit, fragt man sich ganz schnell, was das alles eigentlich soll: Da entschließt sich ein Regisseur (Peter Fonda) aufgrund eines Ehestreits zu einem LSD-Trip, was ihn von einer Traumwelt in die nächste bzw. quer durch die Großstadt und Hippie-Kommunen führt. Für eine brauchbare Story war Jack wahrscheinlich zu dauerprall, doch immerhin war auf Corman Verlass, der auch optisch den ganz großen Rausch vermittelt und zwar mit Bildern, die den Kopf schmerzen lassen, als sei man gerade aus einem Delirium erwacht. Wer den Film knülle sieht, kann sich vielleicht freuen, denn die Welt ist bunt, voller Rätsel und psychedelischer Musik. Wer nüchtern ist, will nüchtern bleiben, denn so kranke Sachen, wie Fonda sie hier sieht und macht, will man normalerweise nicht erleben.
Method Acting attestiere ich jetzt hier natürlich weder Fonda noch Hopper, bloß weil sie sich am Set unentwegt alle möglichen Sachen reingepfiffen haben und dementsprechend auch vor der Kamera total zugedröhnt agierten. Kommt vielleicht glaubhaft rüber, aber den „Trip“ rettet das nicht vor einem negativen Gesamturteil, denn ein gefilmter Drogenrausch der End-Sechziger kommt heute bei Weitem nicht mehr so gut an. Und die ultimative „Love & Peace“-Botschaft dieser Generation in einem kleinen Fernsehbeitrag über Vietnam zu vermitteln, macht das auch nicht sinnvoller. Wird Zeit, dass der Rausch nachlässt…