Eine Banditengruppe macht sich daran, einen Zug nach Dheli auszurauben. Dumm nur, dass in dem Zug ebenso zwei Soldaten der NSG anwesend sind. Einer von ihnen, Amrit, ist dort auch nur wegen seiner Angebeteten, die allerdings schon jemand anderem versprochen ist. Doch Amrit gibt nicht auf und kommt so auch den Banditen in die Quere.
Nach ein bisschen Vorgeplänkel und „Bro“ hier, „Bro“ da geht es also in den Zug und dort bleibt der von Nikhil Nagesh Bhat inszenierte Actioner dann auch bis zum Ende. Und solange man sich hier gegenseitig die Fresse poliert, was relativ häufig der Fall ist, funktioniert der Streifen als genau das ganz gut. Als Ein-Mann-Armee, die sich durch den Zug prügelt und schnetzelt. Dabei muss Protagonist Amrit auch mal einstecken, teilt aber mehr aus und mutiert nach einem Zwischenfall und der Titeleinblendung später im Film dann zur Killermaschine. Da ist der Titel Programm, es wird auch mal blutig, „Kill“ hat seine Härten und ansehnlichen Effekte, tut auch mal weh, ist angenehm humor- und kompromisslos, ist kein Schnittmassaker, hat keine Wackelkamera und bleibt immer übersichtlich. Dafür sag ich mal danke.
Zwischen dem Krawall allerdings kann „Kill“ nicht sonderlich glänzen. Mit seiner etwas überdimensionierten Laufzeit wirkt er irgendwann repetitiv, was sich gerade im letzten Drittel bemerkbar macht. Die Figuren bleiben trotz des versuchten zwischenmenschlichen Aufbaus recht egal und die Methoden der Hauptfigur verwundern dann doch mal, wenn er die Zeit und Muße findet, einen Waggon mit Leichen zu dekorieren.
„Du bist kein Held.“
Schön rabiat und einfach in seinem Ablauf bietet „Kill“ das, was man vom Titel erwarten darf. Einzelkämpfer haut die bösen Jungs im Zug zu Klump, darüber hinausgehend schafft der Streifen allerdings nicht viel. Das erzählerische Gerüst ist vernachlässigbar, die ein gewisses Drama einbringen wollende Romanze wirkt nicht, da dient viel nur als Alibi. Wenn es rummst, macht das aber durchaus Laune.