Review

105 Minuten Blutbad im Nachtexpress. Wow. Die Euphorie vieler Mitschreiber kann ich aber nicht vollumfänglich teilen. Den häufig gehörten Vergleich zu The Raid schon eher. Der Film ist ein Gemetzel, nicht mehr und nicht weniger. Amrit, unser Hauptakteur, ist die Wiederauferstehung des Actionheroen im 80er Jahre Kino. Er fräst sich wie Rost durch Eisen, wie ein Häcksler durch Geäst, wie eine Killermaschine durch Horden gegnerischer Komparsen. Der Bodycount ist fett und das Blutbad hektoliterhaft. Die Enge des Zuges beschwört eine klaustrophobische Stimmung und das Gemetzel ist so rasant wie der Zug auf den Gleisen. 

Soweit ist das alles sehr unterhaltsam und fetzig. Es bleibt ja kaum Luft zum atmen zwischen all den Kills. Aber, und das ist das Manko des Films, das Metzelfest ist extrem eingängig. Man wird das Gefühl nicht los, dass Amrit, unser Hauptakteur, sich durch einen etwa zwanzig Kilometer langen Zug schlägt um beliebige Bösewichte, die allesamt an Profillosigkeit leiden, niederzumetzeln. Aus Selbstverteidigung, aus Rache und vielleicht auch aus Gefallsucht. Der Protagonist könnte auch Antagonist sein. Ein cleverer Schachzug einerseits, andererseits ein weiteres Exponat der Beliebigkeit. 

So stark das Gemetzel auch ist, in seiner epischen Breite und nicht enden wollenden Blutflut wirkt es im Gesamten recht eingängig, könnte vielleicht sogar langweilig werden. Dass ringsum so gut wie keine Geschichte passiert, die Profile so einfach gestrickt bleiben, dass Mitfiebern überflüssig wird, schwächt am Ende zwar nicht die Brachialität des Films, lässt ihn aber auch nicht zum Over the Top-Actionhighlight reifen. 

Fazit: Rasante und derb brutale Metzelorgie, die in ihrer Gesamtlaufzeit eher eingängig wirkt. 

Details
Ähnliche Filme