Dexter - The World Tour
Der Trailer hat es schon verraten, hier gibt’s den shyamalanischen „Twist“ oder nennen wir es besser interessanten Aufhänger schon recht früh im Film: Ein Familienvater geht mit seiner jugendlichen Tochter zu einem Popkonzert ihrer Lieblingssängerin „Lady Raven“. Doch schnell fallen dem geduldigen Papa erhöhte Polizei- und Sicherheitsmaßnahmen auf. Weil bei diesem Konzert zwischen all den Jugendlichen und ihren Eltern nach dem „Butcher“ gesucht wird, einem berüchtigten und mysteriösen Serienkiller, der mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Ort als Gast sein soll. Und ihr ahnt es - dieser „Menschenmetzger“ ist kein Geringerer als unser Superdaddy selbst, der von nun an einen Ausweg sucht…
Der glücklichste Mörder der Welt
Unser Protagonist lacht sich im letzten Shot ins Fäustchen als ob er es selbst nicht wirklich glauben kann, wie leicht es ihm immer wieder gemacht wird, ob das hier Comedy sein soll und was für ein lucky guy er ständig ist. Und ehrlich gesagt war ich bei „Trap“ ähnlich fassungslos wie er. Die Grundidee ist cool, Hartnett macht das gut. Doch was hier ansonsten für Drehbuchzufälle und Glück, was für „Kniffe“ und Dummheiten aus dem Hut gezogen werden, das hat mir jegliche Spannung geraubt, mich immer wieder herausgerissen und vor den Kopf gestoßen. Im besten Fall war das dann unfreiwillig komisch, im schlimmsten Fall zum Fremdschämen. Hier sind Konzept und Hauptdarsteller verheißungsvoll - was Shyamalan aber daraus lächerlich und hilflos macht, gehört zu seinen schlechtesten Werken überhaupt. Dazu dann eine unnötige Streckung, die vielen unlustigen Musikkarikaturen, die aggressiv prominente Besetzung seiner Tochter, die vielen überlangen Songeinlagen, die liegen gelassenen oder nur angeschnittenen Themen (wie die Beziehung von Kindern zu ihren Eltern), das unglaubwürdige Gewusel rund um die Halle (noch während des Konzerts!), das noch unglaubwürdigere Verhalten der „Jäger“. Das hat mich teils geschockt. Und mir wie gesagt mir nicht möglich gemacht, mich auf das Wichtige oder Spannende zu konzentrieren. Und wenn ich mir dann zudem noch den im ähnlichen Business und Umfeld spielenden „Smile 2“ ansehe, dann liegen dazwischen einfach Welten. „Trap“ hat Shyamalan noch weniger durch- oder zu Ende gedacht als er es ohnehin oft meint nicht zu müssen. Ein vollkommener Fehlschlag für mich als Thriller. Die Eröffnung von „Snake Eyes“ ist besser als der komplette Film hier.
Zufall, Können, Schwachsinn, Kopfweh
Fazit: einer von Shyamalans schwächsten Filmen seit langem. Nur Hartnett ist noch gut. Der Rest leider eine Mischung aus Aneinanderreihung von Unglaubwürdigkeiten und einer Dauerwerbesendung für seine Tochter. „Trap“ ist wahrhaftig eine Falle!