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Der Feuerwehrmann Cooper begleitet seine Teenie-Tochter Riley auf ein ausverkauftes Konzert ihrer Lieblings-Sängerin Lady Raven... und wundert sich doch schnell über das Hochaufgebot von Polizisten und bewaffneten Einsatzkräften vor Ort. Ein außergewöhnlich gut über geheime FBI-Operationen informierter T-Shirt-Verkäufer setzt Cooper darüber in Kenntnis, dass die Behörden einen anonymen Tipp bekommen haben, wonach sich der "Butcher" - ein Serienkiller, der seine Opfer in kleine Stücke hackt - genau heute unter den Konzert-Besuchern befinden wird, weswegen man plant, diesen in eine Falle zu locken und im Stadion festzusetzen. Für Cooper sind das höchst unangenehme Neuigkeiten, denn der besagte Serienkiller ist er selbst, und statt einfach nur ein bisschen quality time mit seiner Tochter zu verbringen, muss er nun seine Aufmerksamkeit darauf richten, irgendwie den umherwuselnden Bullen und FBI-Agenten zu entwischen, ohne dass Riley ihm auf die Schliche kommt... In die titelgebende "Falle" tappt hier der Zuschauer, der eigentlich erwartet hat, einen twisty Serienkiller-Thriller mit Josh Hartnett zu sehen zu kriegen, in Wahrheit aber unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ins Kino gelockt wurde und nun Zeuge wird, wie M. Night Shyamalan seine Tochter Saleka kräftig protegiert und versucht, deren Karriere als Pop-Sternchen anzukurbeln. Gefühlt ein Drittel der Laufzeit geht da nämlich für das Konzert von Lady Raven drauf, bei dem dann eine Handvoll ihrer Songs - allesamt beliebig-mittelmäßige Nummern ohne Widerhaken - komplett ausgespielt werden, während Hartnett und seine Film-Tochter dazu im Takt wippen. Das Problem an der Sache ist dann aber, dass der Konzertfilm-Part von "Trap: No Way Out" eigentlich noch der bessere ist, denn unter Psycho-Thriller- oder auch nur Krimi-Gesichtspunkten betrachtet ist der Film fast schon eine Katastrophe sondergleichen. Okay, so ziemlich jeder einzelne Shyamalan-Streifen der letzten 25 Jahre war schon mehr oder weniger diskutabel, aber in der Phase von "The Sixth Sense" bis meinetwegen "The Village - Das Dorf" hat der Filmemacher doch zumindest noch das Publikum abgeholt, das ihm damals noch seine immergleiche Masche rund um elegisch langsame Genre-Erzählungen mit finaler Schluss-Pointe, die alles zuvor Gesehene auf den Kopf stellt, abgekauft hat. "Trap" schlägt nun aber ganz unvermittelt wieder die Brücke zurück zu den wahrhaft dusteren Zeiten von "Lady in the Water" und "The Happening"... ebenso wie diese ist er nämlich von der Prämisse her zwar durchaus ernst gemeint, aber bestenfalls doch nur als Komödie zu goutieren. Die Shyamalan-typischen Inszenierungs-Manierismen finden sich da zuhauf, inklusive den üblichen gestelzten Performances und Dämlacks-Dialogen, die ungelenk den Plot erklären, während er sich vor einem abspult, weil "Show, don't tell" halt schwierig ist. Jener Plot hat es dann aber auch mächtig in sich und könnte tatsächlich das Dümmste sein, was Shyamalan jemals zu Papier gebracht hat... und da gab es bislang ja schon so einige Heuler! Der Text auf der Rückseite der deutschen DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung beschränkt sich dann auch nur auf zwei ganz, ganz vage Sätze, die nicht mal grob den Inhalt preisgeben... vermutlich in dem Wissen, dass jeder potenzielle Zuschauer, der geistig einigermaßen auf der Höhe ist, dankend abwinken würde, wenn er wüsste, worum es hier geht. So entspinnt sich aus dem bereits im Trailer preisgegebenen Hook der Chose mit dem Pop-Konzert als Serienkiller-Falle eine Handlung, die so dermaßen mit schwachsinnigen Situationen und Einfällen vollgestopft ist, dass das alles mit dem Wort "unglaubwürdig" nur unzureichend umschrieben ist. Dass da nur aufgrund eines anonymen Hinweises Himmel und Erde in Bewegung gesetzt wird, um einen Verdächtigen dingfest zu machen, von dem man weder den Namen kennt noch weiß wie er aussieht, entspringt da doch wohl eher der Autoren-Phantasie... man kann jedenfalls nur hoffen, dass in der Realität Steuergelder nicht so leichtsinnig verballert werden (haha, lol!). Das größte Logik-Loch der Chose allerdings, das die Prämisse schon im Vorfeld zunichte macht: Selbst wenn der "Butcher" da beim Verlassen der Konzert-Halle von den Bullen und dem FBI geschnappt werden würde... woran sollen die denn bitteschön erkennen, dass er der gesuchte Serienmörder ist?!? Etwa am Geschmack??? So wirklich leid tut einem hier Hauptdarsteller Josh Hartnett, der was Besseres verdient hat, als sich durch so einen hirnverbrannten Mist kaspern zu müssen und sich dabei echt abrackert, die Chose mit seiner Performance halbwegs am Laufen zu halten... ein Unterfangen, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, denn ein Drehbuch, das soviel schieren Bullshit enthält, wie dieses, kann niemand retten. "Trap" ist einfach nur ein einziger, großer Haufen Idiotenscheisse und wer den tatsächlich unironisch gut findet, dem sollte die Lizenz zum Filmegucken entzogen werden.

2/10

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