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Gerüchte kamen immer wieder und werden immer wieder aufkommen, über einen 5. Teil von Lethal Weapon, zudem steht demnächst auch eine weitere Regiearbeit von Mel Gibson an, ein etwas kleineres Szenario, sicherlich kein Kritikererfolg, aber im Grunde mit einem Star in der Hauptrolle und sicherlich genügend Aufmerksamkeit. Die Projekte von Gibson in letzten Jahren sowieso gänzlich unterschiedlich, angekündigte Comeback, dann bessere Gastauftritte in eher kleinen Produktionen, die nur durch ihn überhaupt eine Daseinsberechtigung haben, aber durch die paar Minuten Anwesenheit nicht wirklich besser geworden sind. Boneyard selber, der auf Tatsachen beruht, aber dies natürlich fiktiv auf- und überdreht, als möglichst spektakulären Thriller verkaufen will, vereint dabei zwei Darsteller aus der berühmt-berüchtigten Expendables-Reihe, den Antagonisten aus Teil 3 und einen der Neuzugänge von Teil 4, beides (wie auch Nebenakteur Michael Sirow) mittlerweile EFO-Spezialisten, der Eine eher, der Andere später:

Albuquerque, New Mexico. Im sogenannten West Mesa, einer erhöhten Landmasse westlich des Rio Grande werden fast ein Dutzend Leichen gefunden, die örtliche Polizei unter Führung von Chief Carter [ Curtis Jackson ] übernimmt den Fall, er beauftragt Detective Paul Ortega [ Brian Van Holt ] und dessen Partnerin Detective Laura Young [ Nora Zehetner ] damit. Ortega, der privat in die Massenmorde eingebunden ist, ist von der Unterstützung des extra einberufenen Profiler Agent 'Pete' Petrovick [ Mel Gibson ] nicht wirklich begeistert, zumal er sich schnell auf den unter Sergeant Graham [ Vincent E. McDaniel ] bei der Drogeneinheit tätigen Kollegen Tate [ Michael Sirow ] 'eingeschossen' hat, was nicht bloß im Polizeirevier für entsprechend Unruhe sorgt.

Dabei steht hier natürlich Lionsgate dahinter, auch verantwortlich für den kommenden Flight Risk, der Rest an Studios ist No-Name, dafür 'inspired by true facts'. "I'm still waiting to find the joy in suffering." heißt es beizeiten, 2009 beginnt die Geschichte, die Ermittlungen bereits auf Hochtouren, die Detektivarbeit, das Verhindern weiterer Untaten, das Fassen der Mörder. Ein Puzzle wird ausgebreitet, viele Hinweise, viele wage davon, Indizien, Spuren die überall und nirgendwohin führen.

Gedreht ist das Ganze von Asif Akbar, das ist jetzt nicht gerade die größte Hoffnung, Akbar hat sich zuvor eher in Sachen Action versucht, ohne Geld allerdings (The Commando) oder ohne Talent (MR-9: Secret Agent bzw. Diamond Heist - Ein unmöglicher Auftrag), hier wird sich an Schlagzeilen, nach Nachrichten, ein bisschen an Aktenwälzen und viel an eigener Kreativität probiert. Die Inszenierung dabei unterschiedlich, mal Unschärfen im Hintergrund, vom die handgeführte Kamera, dann eine Art Stillbildnis, dann die Vogelperspektive zur Verortung. West Mesa, New Mexico soll das spielen, das Land karg und trocken, die Erde mehr Sand als fruchtbar, die erste Leiche wird ausgebuddelt von einem wachsamen Hund, sonst wäre sie für Jahrzehnte vielleicht unentdeckt geblieben.

Es wird ein wenig Empathie für die Opfer zu schüren versucht, eine Art Tatsachenbericht angepeilt, dazu sphärische Klänge, eingespielte Fotoaufnahmen, das volle Programm, eine Mordsgeschicht'. Viele Executive Producer oder Co-Producer sind an Bord, darunter eher seltsame Namen wie Jon Keeyes und Philip Tan. Eine Pressekonferenz steht an, vorher eine Drogenrazzia, hinterher der Besuch eines Profilers von den Feds, immerhin fängt man hier mit reichlich Druck und Tempo an. Gibson wir dabei als 'and' genannt, er hat die erste Szene, er ist aber natürlich nur für die Aufmerksamkeit da, für den Verkauf, nicht das Stemmen der gesamten Handlung.

Van Holt wird zuerst genannt, wirkt dabei aber eher zurückhaltend, skeptisch, müde vom Job, wenig begeistert, frustriert auch von den vielen offenen Fragen; der Täter könnte jeder sein, die Zahl der Toten erhöht sich, die Presse hat ihren großen Tag. Befragungen finden statt, manche Ereignisse sind fast eine Dekade her, manche Erzählungen führen zu Umwegen, manche zu Abkürzungen, es werden andere Probleme auf den Tisch gelegt, Prostitution, Korruption, Drogenabusus, der Arbeitskreis vergrößert sich, andere Angelegenheiten, um die man sich kümmern muss. Vor und zurück springt man dabei in der Zeitlinie, eine mehrere Jahre umfassende Geschichte, ein schneller Verdächtiger, doch so einfach ist es nicht. Die Dramaturgie verlangt etwas Aufmerksamkeit, man wird durchaus an der Hand genommen, auch durch Voice Over, durch eingespielte Jahreszahlen, es hat ein Vorspiel und eine Nachgeschichte. Es gibt etwas Drama, es gibt die Erinnerung an eine Tragödie, eine fatale, aus dem Nichts kommende Schießerei, die genau die falsche Person und nicht das eigentliche Ziel erreicht.

Spielend im Trash-Milieu von Albuquerque, ein Slow-burn Serienkillerthriller, ein schwüler Polizeifilm, in der Hitze der Nacht, mit Gibson als Zusatz, mit einigen ordentlichen darstellerischen Leistungen und manchen weniger guten, mit ein paar schlaueren Worten und vielen Flüchen, mit mehr als nur einem Verdächtigen, mit mysteriösen Bezügen. Das ist soweit solide gehandhabt, mit einigen eingestreuten Actionszenen, vieles aus der Erinnerung genommen, nicht wirklich zur Geschichte dazugehörend, aber immerhin; der Rest dreht sich wie ein gelangweilter Hund jagend nach der eigenen Rute, imer dieselben Orte, kein wirkliches Interesse, zäh wie altes Brot und trocken schlechterdings.

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