Review

Inhalt:

China, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das letzte der han-chinesischen Reiche, die südliche Sung-Dynastie, ist massiv bedroht. Die Mongolen unter Kublai Khan bedrängen die südlichen Sung immer mehr, nur noch das Land südlich des Gelben Flusses ist in han-chinesischer Hand.

Ein Dorf in der Region wurde verwüstet, Berichten die die Sung erreichten zufolge, soll eine Verräter-Bande weite Teile der Bevölkerung abgeschlachtet haben. Yang Chuan-Chung ("Don" Wong Tao), Captain der Armee der Sung, der in jenem Dorf einst aufwuchs, und sein besonnener und treuer Lieutenant Li Tung (Ku Ming-Lung) sind mit ihren Männern beauftragt, den Dingen auf den Grund zu gehen, und ggf. die Überlebenden zu evakuieren.

Yang Chuang-Chung und seine Männer treffen auf ein Klima der Angst. Die Bürger sind verängstigt, panisch und verstockt. Keiner will darüber reden, was vor sich ging bzw. geht. Viele Dorfbewohner wurden durch etwas getötet, was die Überlebenden als "Seuche" bezeichnen. Tatsächlich gibt es Leichen mit pockenartigen Auswüchsen.

Darüber hinaus gehen sie nicht weiter darauf ein. Immer wieder werden die Soldaten aufgefordert das Dorf und die Gegend zu verlassen, um sich zu retten. Auch Yangs Jugendliebe, die bildschöne Yu Hua (Tang Pao-Yun), stets unter Tränen, ist verängstigt. Yang und Li Tung bleiben, und wollen endlich Licht ins Dunkel bringen, an diesem Ort des Todes und der Angst.

Wissen Yangs alter Freund Ah Te (Lee Kwan) und dessen Frau, die aparte Shou Lan (Pauline Wan) etwa mehr...? Auch Ah Te kommt unter mysteriösen Umständen zu Tode. Doch, ist er wirklich... "tot"?

Es kommt zu Kämpfen, da tatsächlich maskierte Verräter die Menschen im Ort noch zusätzlich terrorisieren. Doch wer ist der wahre Feind und steckt hinter den Todesfällen...?

Wird es Yang und Li Tung gelingen, das furchtbare Geheimnis zu lüften und das Böse zu vernichten? Es kommt zum blutigen Show-Down, zum gnadenlosen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1977 drehte Regisseur Wang Hsing-Lai (aka Wong Sing-Loy) für die ziemlich unbekannten und offenbar kleinen Studios von "Wen Miao Film Company" auf Taiwan diesen insgesamt recht spannenden Grusel-Eastern, einen Geister-KungFu-Film mit "Don" Wong Tao in der Hauptrolle.

Es ist ein ziemlich ungewöhnlicher Eastern, so wie "Triumph of two Kung Fu Arts" im Jahre 1977 entstanden, und so wie dieser an der Spitze eines Videos "Top 60 Kung Fu Movies 1977" im größten Vid-Portal des Internets gelistet: "Triumph..." an 2. Stelle, und "Warlock of the Battlefield" gar an ... 1.!

Nun, soweit würde ich bei beiden Streifen nicht gehen, auch wenn beide gut sind. "Warlock of the Battlefield" ist dafür ein doch zu unbekannter, seltender Eastern, und nicht hochklassig genug in meinen Augen, ein solches Ranking, welches einem wichtigem Produktionsjahr des Genres gewidmet ist, anzuführen. Der Film ist gar so unbekannt, dass er hier auf dieser Datenbank erst von mir selbst eingelistet werden musste.

Doch ist "Warlock of the Battlefield" insgesamt ein spannender, gruseliger Geister-KungFu-Film, mit schaudrig-schrecklichen Momenten und vor allem der Frage: Was steckt hinter all dem Morden in einem "Dorf der Verdammten" chinesischer Art? Das fragt sich auch die Figur des Hauptakteurs "Don" Wong Tao. Und wer glaubt schon an Geister, Vampire und Zombies? Aber um die geht es hier, und machen aus "Warlock of the Battlefield" einen mysteriös-gruseligen Suspense-Thriller aus dem alten China mit KungFu-Action, düsterer Optik und unheimlicher Atmosphäre.

Lange Zeit tappt Wong Tao da im Dunkeln, so wie der Betrachter. So baut "Warlock of the Battlefield" eine subtil-spannende Story auf, leider auch mit -kleinen- Längen, aber insgesamt fesselt die düstere, morbid-dramatische Atmosphäre und die "Was steckt dahinter?-Frage den Zuschauer. Das konnte gefallen, und brachte mal einen ungewöhnlichen Ansatz für den eingefleischten Eastern-Fan. So ist denn der Film ein Grusel- und Geister-Streifen chinesischer Art, mit Suspense-Thrill, und die KungFu-Action tritt lange Zeit in den Hintergrund. Selbstredend wird aber auch gefightet, und im Finale ist die KungFu-Fightaction denn auch wieder die Hauptsache. Darauf braucht der Fan des Genres nicht verzichten, mir gefiel´s.

Mit Wong Tao konnte hier ein Star des Eastern-Genres als Haupt-Akteur gewonnen werden. Der "Mann der nie lacht", spielt auch hier wieder trocken seine Rolle runter, fast ohne Mimik, die immer nur aussagt: "Was wird hier gespiel?", und das passte ja zum mysteriösen Geschehen. Klar, wird Wong Tao dann wieder zum KungFu-Fighter, was er ja süperb beherrscht.

An seiner Seite Ku Ming-Lun, der den Lieutenant als besonnen, tapfer und treu ergeben darstellt, und das überzeugend. Ku Ming-Lun spielt das angenehm und den Zuseher für sich einnehmend, eben anders als der wieder für den Betrachter unnahbare Wong Tao. Also eine zwar kontrastierende, aber dadurch auch Gefallen auslösende Mischung bei denen, die hier das "Gute" verkörperten.

Die Dörfler, allesamt ängstlich und verstockt, dafür solide in ihrem Spiel. Einer von ihnen ist Lee Kwan, einst in "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser Webseite) Teil der Legende Bruce Lee´s. Er agiert gefällig, und sorgt für einen der besten Schreck-Momente in diesem Film, als er seine Partnerin Pauline Wan wecken will, doch ist dies jemand ganz anderes..., die Szene ist zudem exzellent geschnitten. Suspense-Thrill in dieser Szene, boah!

Apropos Pauline Wan, sie ist eine der beiden Damen im Cast, die aparte Actrice ist hier "Gattin" von Lee Kwan, und meistert ihre Rolle tapfer. Die andere Darstellerin ist die äußerst attraktive Tang Pao-Yun, stets ängstlich und mit Tränen in den Augen, verkörpert sie die Jugendliebe des Helden. Eine etwas undankbare Rolle, da Tang Pao-Yun immer mit der selben Mimik agieren muss. Doch was für eine Schönheit sie ist, wow! Ich würde diese überaus attraktive Darstellerin womöglich nicht mal abweisen, wäre ich mit meinem neuen Ultra-Schwarm Michele Yeboah liiert!

Die KungFu-Fightaction ist hier in diesem eher Suspense-Geister-Horror-Fantasy-Eastern nicht das Wichtigste. Doch wenn sie kommt, rockt sie. Klassische Techniken, rasant-dynamische Fightaction mit Drive. Und im Finale ist sie gar doch noch die Hauptsache. Wong Tao steht für starke Fights, und Kampf-Regisseur Huang Kuo-Chu entwickelte einige apart-ansprechende und routinierte Choreos.

"Warlock of the Battlefield", ein solider Geister-KungFu-Film mit gruselig-unheimlicher Atmosphäre und Suspense-Thrill, gut gespielt und mit rasanter KungFu-Action unterfüttert. Das konnte insgesamt gefallen und den Fan des Genres passabel unterhalten.

6,5/10.

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