Das Regiedebut von Fred Dekker ist ein sehr ironischer, kleiner Horrorfilm, der sich gleichzeitig vor den größten Horrorregisseuren verbeugt, indem er den Hauptcharakteren deren Namen gibt. Dekker klaute sich seine Story aus vielen Horrorfilmen zusammen, inklusive dem typischen Szenario der 80er Jahre, aber sein Raubbau funktioniert. Trotz des wirklich geringen Budgets von Charles Gordon kann man bei " Die Nacht der Creeps " von 85 Minuten bester Unterhaltung ausgehen. Bei seiner Kinoauswertung im Jahre 1987 wurde jedoch die Schere angesetzt, um auch der jüngeren Fraktion den Gang ins Kino zu ermöglichen. Genau diese Fassung wurde dann auch auf Video vermarktet, aber hier konnte das Free oder Pay TV dann mit der ungekürzten Fassung überraschen und mittlerweile gibt es auch eine DVD, die ich jedem Fan von guter Unterhaltung nur ans Herz legen kann.
Im Jahre 1959 schlägt ein Behälter mit außerirdischen Parasiten auf der Erde ein. Ein neugieriger Student wird auch sogleich infiziert. Aber bevor das Virus ausbricht, kann er von der Universität konserviert werden.
Leider nur bis 1986, denn die beiden Studenten Christopher Romero (Jason Lively) und James Carpenter Hooper (Steve Marshall) wollen einer Studentenverbindung beitreten und sollen als Mutprobe eine Leiche aus dem Labor klauen. Da gerade nur die Leiche des parasitenbefallenen Studenten zur Hand ist, wird der Körper aus der Kontermination befreit. Die Creeps holen sich sogleich mehrere Opfer und Detective Ray Cameron (Tom Atkins) steht vor einem Rätsel. Auch der arme James fällt den Parasiten bald zum Opfer. Christopher geht mit seiner Freundin Cynthia Cronenberg (Jill Whitlow) und Ray zum Angriff über. Zusammen heizen sie den zu Zombies gewordenen Menschen ordentlich ein.
Fred Dekker hat sich hier nicht viel Neues einfallen lassen. Das Übel bricht mal wieder in einer eher ruhigen Gegend aus und bleibt sehr lange unbemerkt. Nebenbei geht es ganz besonders um die Figur Ray Cameron, der damals seine Freundin durch einen wahnsinnigen Axtmörder verlor. Sichtlich davon noch gezeichnet hat er erst die Vermutung, es wäre der Killer von damals, den er aber nach dieser Tat erschoss und vergrub. Ansonsten ist es wirklich das Übliche. Die kleinen Parasiten, welche wie zu groß gewordene Nacktschnecken aussehen, kommen wieder aus dem Weltraum und alles was von dort kommt, will uns Menschen in solchen Filmen nie etwas Gutes. Erklärt wird nicht sonderlich viel, ausser dass die Befallenen während der Brutzeit als Zombies herumlaufen und natürlich nebenbei auch ihre gesunden Mitmenschen infizieren wollen. Die Viecher schlüpfen dann durch den Mund und setzen sich im Gehirn des Menschen fest.
Aber man nehme es mit Humor, genauso denkt auch Dekker, denn man könnte den Film fast als Parodie abtuen. Christopher´s peinliche Anmachversuche an Cynthia sind sehr amüsant, selbst Ray ist sehr ironisch angehaucht und überhaupt sind die Sprüche flott und funktionieren im Gegensatz zu den sonstigen Teeniehorrorfilmen.
Auch einige wirklich unheimliche Momente dürfen nicht fehlen und durch die Untermalung des tollen Scores von Barry Devorzon ist nicht nur das 80er Jahre Feeling präsent, man bekommt auch öfter eine Gänsehaut. Insgesamt ist der Spannungspegel sehr hoch, zumindest für eine Horrorkomödie. Dazu trägt auch die sehr ruhige Gegend bei. Fast das ganze Geschehen spielt sich auf dem Campus ab, welcher ziemlich abseits liegt.
Gut geworden sind auch die wenigen Goreeffekte, vor allem im Finale geht es rund, da rückt man den Zombies mit einer Schrotflinte, Pistole und einem Flammenwerfer auf die Pelle. Die Kopfplatzer wurden erstaunlich gut umgesetzt, auch das Make up der Untoten macht einigen großen Zombiefilmen locker Konkurrenz. Die kurze Rasenmäherszene könnte auch Peter Jackson inspiriert haben. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden infiziert, wobei es sich hier sichtlich um Puppen handelt, aber das tut dem Spass keinen Abbruch. Langweilig wird es auf jeden Fall nie. Die Creeps werden immer aktiver und wenn gerade mal nichts passiert, dann kann man sich über die fast schon überzogenen Charaktere amüsieren.
Die Hauptcharaktere tragen alle die Namen von bekannten und berühmten Regisseuren, welche schon alle im Genre Horror tätig waren. Die meisten Darsteller sind jedoch unbekannt. Jason Lively (Hilfe, die Amis kommen) und Tom Atkins (Maniac Cop) dürfte für die Meisten ein Begriff sein, der Rest des Feldes ist agiert aber auch sehr humorvoll und überzeugend.
Ray: " Ich habe eine Gute und eine schlechte Nachricht für euch Kinder. Die Gute ist eure Freunde kommen."
Studentin fragt ganz verängstigt:" Und was ist die Schlechte ?"
Ray:" Sie sind tot ".
Ein diebischer Spass, der nicht nur Freunden des geflegten- oder ungepflegten Horrors gefallen wird.