1979 inszenierte Fred Dekker mit "When A Stranger Calls" einen spannenden, aber auch behäbig inszenierten Thriller, der sich thematisch an "Halloween" orientierte. Sieben Jahre später lieferte er zu Steve Miners Horrorfilm "House" das Drehbuch zu einem weiteren Genre-Beitrag, dem im selben Jahr noch "Die Nacht der Creeps" folgen sollte. Hierzu hatte Dekker nicht nur das Drehbuch verfasst, sondern nahm auch wieder auf dem Regiestuhl Platz, und inszenierte eine herrlich selbstironische und zitatenreiche Hommage an die Horror- und Science-Fiction-Klassiker der frühen 50er Jahre.
Hierbei erweist sich Dekker als einfallsreicher und routinierter Handwerker, der gekonnt mit den Versatzstücken des Genres spielt und ein abgedrehtes Gag-Feuerwerk zündet, das mit Leichtigkeit die Klasse von "The Return Of The Living Dead" erreicht. Dabei entwirft Dekker ein unglaubliches Szenario aus einem Axt schwingenden Serienkiller, einem extraterrestrischen Parasiten, einem todessehnsüchtigen Cop (Tom Atkins in einer Glanzrolle), den genretypischen Nerds und arroganten Kotzbrocken sowie einer Horde Zombies, die den Campus der Universität als Brutstätte nutzen und zu einem Schlachtfeld verwandeln.
Der Prolog, der in den späten 50er Jahren spielt und das außerirdische Unheil sowie den unheimlichen Axtkiller einführt, ist atmosphärisch mit kultigen Rocksongs in schwarz-weiß, sowie stimmig ausgestattet in Szene gesetzt - während die, in der Gegenwart spielende Haupthandlung, den Gesetzen des modernen Horrorfilms folgt und zu typischer 80ies Musik und Styling ein witziges Kuriositätenkabinett aus abgedrehten Fun, blutigen Splatter und Ekeleffekten offenbart. Dabei geizt Dekker nicht mit einigen Schockeffekten und hält dabei den Spannungspegel und den Unterhaltungswert konstant hoch.
Vor allem Tom Atkins weiß, in einer für ihn typischen Rolle, voll und ganz zu überzeugen und nimmt zusammen mit dem unscheinbaren Christopher und dessen heimlicher Liebe Cynthia den Kampf gegen die außerirdische Wurmbrut, untote Haustiere und zu Zombies mutierte College-Boys auf, denen es mit dem klassischen Kopfschuss genauso an den Kragen geht, wie mit dem Flammenwerfer und dem Rasenmäher.
Das Untoten-Inferno ist dabei mit so vielen skurrilen Gags, Schocks und Spannungsmomenten garniert, dass "Die Nacht der Creeps" keinerlei Längen aufweist und das kurzweilige, trashig angehauchte B-Movie seinem feurigen Höhepunkt entgegen splattert.
Mit seinen handgemachten Effekten und einigen expliziten Derbheiten ist der Film für Freunde des nekrophilen Funsplatters eine Perle unter den unzähligen 80ies-Produktionen - ein ausgemachter Spaß mit Kultpotential, der von Winkler Film erstmals im ungeschnittenen Director´s Cut und mit umfangreichem Bonusmaterial in Top-Bildqualität veröffentlicht wurde. Jahrelang existierte auf Filmbörsen und in einschlägigen Auktionshäusern eine teure Bootleg-Auflage, die nun von dieser hervorragenden Veröffentlichung abgelöst wird.
8/10