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„Night of the Creeps“ ist eine witzige Horrorkomödie mit kleinen ironischen Anspielungen auf sein eigenes Genre.
Die Creeps sind ein von Außerirdischen gezüchtetes Experiment, das allerdings mit außerirdischer Hilfe Richtung Erde ausbüchsen kann. Im Jahre 1959 schlägt ihre Fluchtkapsel nahe eines Campus ein und die Creeps befallen einen Studenten – während seine Freundin gleichzeitig einem psychopatischen Axtmörder zum Opfer fällt. Schon der kreative wie ironische Beginn macht klar, dass es sich bei „Night of the Creeps“ nicht um einen ernsten Film handelt.
Zeitsprung ins Jahr 1986: Auf dem Campus ist die Hölle los, da überall Studenten ihre Partys feiern. Die beiden Außenseiter Chris (Jason Lively) und J.C. (Steve Marshall) genießen den Trubel zwar, allerdings ist ihnen klar, dass sie neben den Footballstars unattraktiv aussehen. Dann verliebt sich Chris auch noch Cynthia Cronenberg (Jill Whitlow), die Freundin des arroganten Schnösels Brad (Allan Kayser). Neben dem Horrorgenre wird in „Night of the Creeps“ auch das in den 80er Jahren beliebte Genre der Teeniekomödie aufs Korn genommen.

Um an Cynthia ranzukommen, wollen die beiden Freunde in die Studentenverbindung Brads eintreten. Sie sollen dafür eine spezielle Prüfung auf sich nehmen: Aus einem nahen Forschungslabor eine Leiche zu klauen und vor dem Gebäude einer anderen Verbindung platzieren. Die beiden werden fündig, doch es ist der Junge aus 1956. Als sie ihn aus dem Kälteschlaf wecken, nimmt das Grauen seinen Lauf...
„Night of the Creeps“ ist eine unterhaltsame Horrorkomödie, auch wenn die Story nicht mehr als solide Spannung bietet. Doch die Geschichte ist temporeich genug, um nicht langweilig zu werden und einige nette Stilmittel wie die Schwarz-Weiß-Sequenz in den 50ern oder die Flucht des Creeps aus dem Raumschiff sind abwechslungsreich. Zudem findet man immer wieder kleinere Anspielungen auf die Genres des Zombieschockers, des Alien-Invasion-Films und der Teeniekomödie.
Die Gags bieten einige gelungene Brüller und einen ganzen Haufen cooler Sprüche, die meist von J.C. sowie dem Detectiv Ray Cameron (Tom Atkins) kommen. Anfangs beginnt der Film mit Teeniewitzen, geht dann in eine gewisse Selbstironie über ehe es dann im letzten Drittel einiges an schwarzem Humor gibt. Zwar liegt man nicht bei allen Witzen vor Lachen am Boden, doch die Trefferquote der Gags liegt hoch, weshalb sich „Night of the Creeps“ auch gut als Partyfilm eignet.

Ein Splatterfilm ist „Night of the Creeps“ trotz der Thematik der von Aliens besessenen wandelnden Leichen keinesfalls, aber dennoch kann er einige nette Effekte bieten, die zudem herrlich handgemacht sind. Vor allem die Masken der Zombies (teilweise sogar Tierzombies) sind nett anzusehen, und am Ende werden dann auch ein paar von den Besessenen in Funsplatter-Manier niedergemacht. Allerdings sind es nur wenige Szenen (von denen eine allerdings als Vorläufer der berühmten Rasenmäherszene aus „Braindead“ angesehen werden kann), weshalb man am besten zur ungekürzten Fassung greift, da in der deutschen kaum noch etwas davon übrig ist.
Die Schauspieler sind allesamt eher unbekannt und spielen auch alle bestenfalls auf ganz nettem Popcorniveau, lediglich der ironische Tom Atkins kann als etwas besser bezeichnet werden. Aber für einen Film wie „Night of the Creeps“ reicht das allemal aus und meckern kann man über ihre Leistungen auch nicht.

Alles in allem ist „Night of the Creeps“ eine unterhaltsame Horrorkomödie, die das Genre zwar nicht neu erfindet, aber gutes Entertainment bietet.

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