In den 80ern nahm den Horror fast niemand mehr so richtig ernst und die Parodien sprossen im Videozeitalter wie Pilze aus dem Boden. Bei all den schlechten Witzen auf Kosten von Zombie und Co. ist es beinahe eine Erleichterung, "Die Nacht der Creeps" zu sehen, ein nur augenzwinkerndes Zitatepotpourri, das Alieninvasion mit Zombieinfektion kreuzt und dabei recht ordentlich wegkommt.
Man kann seinen Spaß haben in diesem überraschend direkten Streifen, der zwar technische und dramaturgische Mängel hat, dabei aber mit Laune sein Programm abspult.
Der Prolog startet im Weltraum, wo eine Probe eines Experiments durch einen Verräter abgeschossen wird und auf der Erde landet. Das Experiment sind schwarze schneckenähnliche Wesen, die ihren Opfern in den Mund springen, ins Gehirn kriechen, dieses dann auffressen, neue Schnecken ausbrüten und Zombies aus den Wirten machen. Prost Mahlzeit.
Alles wird freudig von einem Prolog aus den seligen 50ern eingeläutet mit Psychokiller, Meteoritenabsturz und Hackebeil, bis wir in die 80er blenden, wo zwei ewige Nerds einen Infizierten auf die Straße der Studentenverbindungen losläßt. Ein echter hard-boiled-Police-Detective (Tom Atkins zieht unglaublich vom Leder!) ist natürlich an der Sache dran...
Wer das Zitat jeweils als erster erkennt, kann es behalten: da hagelt es Referenzen an Invasionsfilme aus der Paranoiazeit der 50er, die Zombies marschieren und die Hauptfiguren heißen alle Cameron, Romero, Raimi oder Cronenberg, juppheidi.
Leider sind die Charaktere alle ein wenig überzeichnet, die Verbindungsleute sind allesamt fiese Arschlöcher und unsere beiden Helden leider blaß um die Nasen. Jason Lively, der entgegen seines Namens recht leblos spielt, kann sein Publikum nie packen (er zerschoß dann ein Jahr später auch Emmerichs "Hollywood Monster" um ein Haar) und selbst wenn am Ende mit Flammenwerfer und Rasenmäher (Mr.Jackson, da ist also ihre Anregung her...) gegen die Untoten vorgegangen wird, bleibt er eine Blaßnase ersten Ranges. Jill Whitlow trägt auch vornehmlich ihren tiefen Ausschnitt spazieren und schaut gut aus.
Alles wird letztendlich gerettet von dem ewig mürrisch dreinblickenden Atkins, der stets die Pumpgun parat hat und sich am Telefon ständig mit "Ich bin gespannt!" meldet (im Original: Thrill me!), was er dann auch wirklich die ganze Zeit ist, eine unglaubliche Präsenz und Parodie zugleich.
Was den Film so ansehenswert macht, sind die teilweise herben Masken und Effekte, denn die FX-Leute zermatschen schon mal diverse Köpfe und basteln sich Zombie-Katzen und -Hunde. Die Zombies selbst sind manchmal etwas überschminkt, aber das fällt bei all dem Drive nicht auf, denn der Charme überspielt so manchen Qualitätsschaden recht gekonnt und wenn dieser Film nicht abwechslungsreich ist, dann weiß ich es nicht.
Ein Klassiker wird es wohl nicht werden, aber grundsolide Unterhaltung ist der Film allemal, reizt zu ein paar Lachern und suppt sonst ordentlich herum. An Halloween immer willkommen. (6,5/10)