Im Jahre 1959 geht in der Nähe einer US Kleinstadt ein außerirdisches Objekt runter. Selbstredend wird dieses vom nächstbesten Halbstarken unter die Lupe genommen, der sich gleich einen Alienparasiten einfängt. Nach dem stimmungsvollen Anfang, der stilecht in schwarz-weiß daherkommt und sich als eine Hommage an die klassischen Sci-Fi- / Invasionsfilme der 50er versteht, landen wir im Entstehungsjahr des Werks und folgen den beiden Teenagern Chris (Jason Lively) und J. C. (Steve Marshall) über den Campus ihrer Uni, auf welchem sich bald die Würmer aus dem All rumtreiben und die Leute in zombieähnliche Wesen verwandeln.
Dabei will der Film viel sein, vermengt Horror, Sci-Fi, Zombiefilm, Komöde und Teenieromanze, findet aber nicht die richtige Mischung und dümpelt trotz seiner recht sparsamen Laufzeit von knapp unter 90 Minuten oft mit angezogener Handbremse durch die Gegend.
Wobei „Creeps“ kein schlechter Film ist. Er transportiert lieb gewonnenes 80er-Feeling und hat quasi alle Zutaten für einen vergnüglichen Abend im Gepäck. Gespickt ist er so mit einigen Anspielungen – seien es die Namen mancher Figuren (Landis, Cameron, Raimi), eine Sequenz mit Ed Woods „Plan 9 from Outer Space“ oder der eingangs erwähnten Rückblende. Da ist viel Augenzwinkern, aber für mehr als ein paar Schmunzler reicht es dann doch nicht. Gore gibt es auch ein bisschen und während anfangs noch Einiges im Off passiert, geht es gegen Ende dann doch mehr zur Sache, doch auch hier fährt man nicht die großen Geschütze auf. Eigentlich keine Kritik, da „Creeps“ auch nicht als Splattergranate gilt und man ihn auch nicht als solche erwarten sollte.
Mit Tom Atkins (Halloween III) hat man ein bekannteres Gesicht an Bord, der sich als desillusionierter Cop durch den Film grummelt. Der Rest vom Fest bleibt da eher blass, was gerade im Hinblick auf die anderen Hauptfiguren schade ist, denn das tut dem nicht mit einer bemerkenswerten Spannungskurve gesegneten Film nicht gut. Lively und Marshall wirken einfach uncharismatisch und Jill Whitlow als love interest muss einfach nur gut aussehen.
Den beizeiten nachzulesenden Kultstatus kann ich für mich hier nicht entdecken. Dafür hätte das Ganze spritziger inszeniert und mit entsprechenden Darstellern besetzt werden müssen. „Die Nacht der Creeps“ ist ein mediokrer Vertreter seiner Zunft, den man mal sehen kann, der aber nicht zum Pflichtprogramm gehört.