In einer post-apokalyptischen Welt lebt Momma mit ihren 10-jährigen Zwillingssöhnen Samuel und Nolan in einer einsamen Hütte im Wald. Die Hütte und der enge Zusammenhalt der kleinen Familie sind der einzige Schutz vor den Bedrohungen des Waldes und dem Bösen in der Welt. Momma bläut ihren Kindern ein, dass sie das Haus nur verlassen dürfen, wenn sie mit langen Stricken damit verbunden bleiben: Wird diese Verbindung gekappt, lauert der Tod! Doch als einen der Jungen Zweifel an Mommas Warnungen beschleichen, wird das Band, das die Drei verbindet, jäh durchtrennt. Ein schrecklicher Kampf ums Überleben beginnt.
Von der Grundidee ist das ja gar nicht so übel. Es geht lange Zeit des Films hauptsächlich darum, ob eine reale Welt noch existiert oder ob die Erde wirklich nahezu verlassen und zerstört ist oder ob sich das die Momma nur einbildet oder es sogar bewusst macht, um die Kinder vor dem realen Leben (in ihren Augen) zu schützen.
An manchen Stellen gestaltet sich das ganze jedoch etwas zäh und Frau Berry ist fast 60 und wird langsam zu alt für Rollen mit 10-jährigen Söhnen. Zudem ist ihr Overacting schon grenzwertig, während mir die beiden Jungs gut gefallen haben.
2003 tauchte Alexandre Aja aus dem Nichts auf und wurde praktisch Mitbegründer des neuen französischen Horrorfilms, der, auch in Sachen Brutalität, neue Maßstäbe setzte. HIGH TENSION war damals ein Riesenerfolg und auch mit THE HILLS HAVE EYES legte er ordentlich nach. In den letzten Jahren ist er allerdings ruhiger geworden und spätestens seit CRAWL wissen wir, dass er im Mainstream angekommen ist.
Das ist auch der Grund wieso der Streifen optisch und inszenatorisch absolut topp ist. Doch leider hat das Drehbuch einige gravierende Logikfehler und erst gegen Ende nimmt der Streifen dann endlich mal Tempo auf.
Bis dahin sehen wir hier KEINEN Horrorfilm, sondern eher ein Familiendrama. Damit habe ich kein Problem, wenn NEVER LET GO jedoch als Horrorfilm angepriesen und auch der Trailer so geschnitten ist, erwarten die Zuschauer eben was anderes.
So bleibt ein routiniert gefilmter Endzeitstreifen, mit einer etwas überforderten Halle Berry, der trotz der gute Ausgangslage, zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Kann man mal schauen, kann man aber auch lassen.