John Woo kopiert sich selbst…04.01.2025
Der Rahmen
Die Auftragsmörderin Zee ( man beachte den Trend zu weiblichen Actionhelden, der in meinen Augen aktuell groteske Ausmaße annimmt ) hat ein Herz und verschont bei ihrem Job in Paris eine Zeugin. Das mißfällt dem Auftraggeber, der Zee anweist, ihren Job zu Ende zu bringen. Aus in ihrer eigenen Vergangenheit liegenden familiären Gründen indes geht Zee nun ihren eigenen Weg, worauf der Chef Sie zum Abschuß freigibt. Doch Zee ist nicht ganz allein – ein in ihrem Job in Paris ermittelnder Polizist stellt sich auf ihre Seite. Zusammen erwehren sie sich so mancher Attacke, bis es schließlich in einer zum Abriß freigegebenen Kirche zur großen Schlußkonfrontation aller Beteiligter kommt, denn der Chef hat weitere Killerinnen zur Verfügung, die nur zu gerne Zees Position einnehmen wollen.
Gucken oder nicht?
Lieber das Original mit Chow-Yun Fat noch einmal gucken, zumindest vorab als Vergleich
Warum?
Kaum sind ein paar Filmminuten vergangen, sehen wir eine Kirche, ein großes Kreuz im Fokus, vorbeiflatternde Tauben. Ah, ein John-Woo-Film, der Kenner weiß bescheid. Leider kennt er auch das Original und fragt sich, warum Woo sich selbst kopiert, warum er die Hauptrolle einer Frau überträgt und warum der Film nicht überzeugt. Nun, vielleicht müssen seit dem Jahr 2024 Helden weiblich sein, und vielleicht bin ich einfach zu alt für all das, aber der Film zündet nicht. Sicher, die Actionszenen sind ordentlich inszeniert, aber leider nicht wirklich abseits des Standards. Auch machen die Darsteller ihren Job gut, aber der Streifen hat wegen vieler unnötiger Dialoge unnötige Längen. Und es sind zu viele Tauben, immer wieder muß eine dieser Luftratten durchs Bild flattern und gurren…was einst ein Markenzeichen Woos war, spärlich dosiert, nervt nun nur noch. Auch aus dem Drehort Paris hätte man durchaus mehr machen können, und so ist der Film zwar nicht schlecht, hält aber dem Original im Vergleich zu keiner Zeit Stand.
Die Note
Man sollte nie vergleichen, also hier die neutrale Bewertung. Der Film ist zu lang, zu konventionell, mit zu vielen Tauben und dennoch mit ordentlicher Härte in den Actionsequenzen. Die kann Woo immer noch, aber es war keine gute Idee, seinen eigenen Film noch einmal aufzulegen, daher nur 6/10.