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Da die Produktion und Verbreitung pornografischer Inhalte auf den Philippinen illegal ist, suchen Filmschaffende in jüngerer Zeit vermehrt Schlupflöcher, um sie unter dem Deckmantel von Dramen verkaufen zu können. Ein Umkehrschluss wäre: Das Verbot sollte aufgehoben werden, damit in diesem Land wieder vernünftige Filme gedreht werden können.

Manila: Studentin Happy bietet Hausbesuche mit Massage an, darüber hinaus lässt sie sich gewisse Extras bezahlen, um ihr Studium zu finanzieren. Als sie von der Modelagentin Precious angesprochen und vom Fotografen Leo abgelichtet wird, tappt sie in eine Cyber-Sexfalle. Als dies herauskommt, sinnt Happy auf Rache…

Regisseurin Ma-an L. Asuncion-Dagñalan handelt bei ihrem zweiten Spielfilm kaum anders als ihre männlichen Kollegen, indem sie eine dünne Geschichte rund um zahlreiche Softsexeinlagen baut. Bereits nach zwei Minuten geht das Oetkern mit nackter Haut los und bis auf entblößte Brüste wird alles vermieden, was explizit ausfallen könnte. Da ist es besonders toll, wenn ein Blowjob unter der Haarpracht angedeutet wird, sich der Kopf der Dame dabei aber rund 40 Zentimeter oberhalb der Gürtellinie bewegt, - Respekt, der Herr.

Figurenzeichnungen fallen ohnehin flach und selbst Happy macht ihrem Namen rein gar keine Ehre, zumindest nicht während der Ausführung ihrer Dienste. Zudem hätte man sie einfach fragen können, ob Kameras beim Bömbeln laufen können und schon hätte sich die kriminelle Angelegenheit in Wohlgefallen aufgelöst. Stattdessen wird noch ein korrupter Cop bemüht, der die Angelegenheit im letzten Drittel ad absurdum führt.

Spannend gestaltet sich die Angelegenheit natürlich zu keiner Zeit. Die Lokalitäten fallen komplett austauschbar und wenig atmosphärisch aus und auch den Erotikeinlagen mangelt es durch und durch an Finesse, was nicht zuletzt am oftmals unpassend gewählten Score mit dumpfen Beats liegt. Darstellerisch ist das zwar nicht ganz schrecklich, dialogtechnisch hingegen schon.

Hinzu gesellen sich so einige Szenen ohne Nährwert, denn Happy muss schließlich auch mal Duschen und sich die Zähne putzen, was dann gleich zweimal als Lückenfüller zwischen dem Gelümmel genutzt wird. Vielleicht kann man den Damen (bis auf einmal falsche Brüste) eine gewisse Ansehnlichkeit nicht absprechen, wogegen es wenigstens einen unfreiwilligen Humorpunkt gibt, als der Kunde bestellten Lustmolchstoffes in Erscheinung tritt, der sich als dauergrinsender Japaner entpuppt, jedoch trotz gewisser Ähnlichkeit nicht Mr. Miyagi heißt.

Ansonsten ermüdet das rhythmische Gestöhne zusehends, denn obgleich es einige Stellungswechsel gibt, mangelt es durch die Bank an Abwechslung oder gar knisternder Spannung. Da bringen minimale Gewalteinlagen gegen Finale gar nichts, denn dieses gestaltet ebenso absurd, wie die darauf folgenden Szenen wenig bis gar keinen Inhalt zutage fördern.
Wenn hier etwas in die Tiefe geht, bleibt das hinter schwarzen Haaren und Bettlaken verborgen.
2,5 von 10



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