Die im Jahre 1985 erschienene Komödie "3 Männer und ein Baby", aus dem wunderschönen Frankreich, wurde einer der größten europäischen Komödienhits aller Zeiten! Auf der ganzen Welt bekannt, wurde schnell das typische Ami-Remake nachgezogen, welches ebenfalls ganz amüsant ausgefallen ist und sogar ein Remake nach sich zog. Die Original-Männer WG sollte allerdings ohne Fortsetzung bleiben. Bis vor kurzem! Denn 18 Jahre später kam sie nun endlich doch. Die Klasse des Vorgängers erreicht diese turbulente, im Dogma-Stil gedrehte, Chaos-Komödie allerdings nicht so ganz.
"18 Jahre später" erzählt die Geschichte der berühmtesten französischen Männer WG endlich weiter und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als das damalige Baby erwachsen wird. Die Fortsetzung wurde im Grundgerüst recht clever zusammengestrickt auch wenn die Handlung meist recht löchrig wirkt. Ab und an haben sich die Drehbuchschreiber vielleicht ein wenig übernommen, da sie ziemlich viele, mehr oder wenige wichtige, Details, in diesen gerade einmal 85 Minuten langen Film, unterbringen wollten und dabei ab und an den roten Faden verloren haben. Etwas mehr Sorgfalt hätte dem Treiben gut getan.
Punkten kann der Streifen dafür mit seinen Charakteren. Egal welche Figur man sich auch nimmt, allesamt sind sie einem höchst sympathisch. Egal ob es nun die besagte Männer WG ist und ihre herrlichen Sticheleien untereinander. Oder das pummelig gewordene Töchterchen, welches sich langsam nur noch genervt von ihren Vätern fühlt. Und auch alle anderen Figuren, egal ob nun Mutter, Nanny oder Muttis neuer amerikanischer Freund plus Söhne. Allesamt wurden sie sauber und mit der benötigten Charakterriefe gezeichnet und können somit überzeugen.
Auch die Gags von "18 Jahre später" sind nicht zu verachten. Allen voran der herrliche Wortwitz zwischen den, in die Jahre gekommenen, Herren und ihren einzelnen Liebschaften. Auch wenn nicht jeder Witz ein Treffer ist, und wahre Brüller auch recht selten sind, so können einen doch die meisten Jokes wenigstens zum Schmunzeln verleiten. Zudem rutschen sie eigentlich niemals unter die Gürtellinie (sieht man mal vom herrlichen Viagra-Witz ab), was dem Ganzen ebenfalls gut tut.
Etwas überraschend kommt einem da allerdings der Dogma-Stil der Inszenierung daher, mit dem man eigentlich nicht gerechnet hätte. Der komplette Film wurde mit recht schlichten Mitteln erstellt und erinnert in seiner Art an Streifen wie z. Bsp. "Das Fest". Trotzdem kann der Stil überzeugen, da er konsequent durchgezogen wurde und zudem recht ansprechend auf den Zuschauer wirkt.
Schade nur, dass der Streifen des öfteren im Chaos versinkt. Wie schon weiter oben erwähnt, wollten die Drehbuchschreiber eigentlich viel zu viel Stoff in diesen Film pressen, wodurch er manchmal recht unüberschaubar wirkt. Vor allem zum Ende hin beherrscht das Chaos den Film. Z. Bsp. ist plötzlich ein ganzes Jahr vergangen, obwohl der Zuschauer davon überhaupt nichts mitgekriegt hat. Oder einer der Charaktere verschwindet urplötzlich und taucht dann später so mir nichts, dir nichts wieder auf. Dieser eigentlich vermeidbare Hick-Hack zerstört dann doch einiges am positiven Gesamtbild. Schade!
Die Darsteller können dafür wieder überzeugen. Allen voran André Dussollier, Michel Boujenah und Roland Giraud. Wie schon damals, so sind sie auch hier wieder ein wunderbar komisches Männergespann, dass einem wirklich höchst sympathisch ist und mit denen man(n) mitfühlen kann. Wirklich große Klasse, dass sie sich nach so vielen Jahren noch einmal zusammengefunden haben, um die alternden drei Daddys darzustellen. Aber auch alle anderen können überzeugen!
Fazit: Recht amüsante Fortsetzung, von einem der größten französischen Komödienhits aller Zeiten. Sympathische Figuren, nette Jokes und der überraschende, aber durch und durch ansprechende, Dogma-Stil, bieten gute Unterhaltung, auch wenn sie das chaotische und teils fadenlose Drehbuch nicht ganz verdecken können. Freunde des ersten Films dürfen sich diesen Spaß aber gerne einmal anschauen!
Wertung: 6/10 Punkte