Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit: Wer sich im theologischen Sinne noch nicht so häufig mit den sieben Hauptlastern, überspitzt auch den sieben Todsünden auseinandersetzte, kennt diese spätestens seit Finchers „Sieben“ (1995). Vorliegender Slasher unter der Regie von Marcus Dunstan („The Collector“) greift diese ebenfalls vage auf.
Eine Gruppe von Freunden um Sarah befindet sich auf dem Weg zum dreitägigen Musikfestival Karma Palooza, doch kurz vor ihrem Ziel zwingt sie ein geplatzter Reifen zu einer Übernachtung in einem Ferienhaus. Man feiert ein wenig bis eine vermummte Gestalt mit mörderischen Absichten aufkreuzt, die offenbar eine Rechnung mit der Gruppe zu begleichen hat…
Zur eigentlichen Story gibt es eine Vorgeschichte mit zusammengefassten Fernsehberichten, denn bereits 2004 gab es eine Mordreihe im Kontext des Festivals. Seinerzeit waren die Todsünden das ausführende Merkmal des Killers, welcher nie gefasst wurde und lange Zeit ist nicht klar, ob es sich beim Täter um denselben oder einen Trittbrettfahrer handelt.
Bis es zum ersten Ableben kommt, vergeht rund eine halbe Stunde, wobei die Credits auch erst nach satten zwanzig Minuten durchflimmern.
Anhand der Vorstellung der Figuren kann man sich bereits früh ausmalen, welches Laster diesen zugeordnet werden dürften: Es gibt den Sexproll, die Geltungssüchtige, den Faulpelz und den Drogentypen, so dass kaum jemand für Sympathiepunkte infrage kommt. Die Gruppendynamik mit kleineren Intrigen und der Andeutung einer folgenschweren Hintergrundgeschichte halten jedoch einigermaßen bei Laune.
Der in schwarz gekleidete Killer trägt eine Maske mit digitalem Display, während er die Gruppe auf eher herkömmliche Form per Monitor observiert. Sonderlich innovativ fällt die Erscheinung des Schlächters demnach nicht aus und auch die Morde sind nur bedingt mit den Todsünden verknüpft, wenn ein Bauch platzt oder jemand mit Säure übergossen wird. Ein Dildo mit Messerklinge an der Spitze ist hingegen eher einfallsreich, doch obgleich einiges an Blut spritzt und auch mal Innereien zutage gefördert werden, schmälern kleine CGI-Momente das Vergnügen.
Immerhin legt das Treiben nach einer Stunde den Gang um und es kommt zu einigen patent gefilmten Konfrontationen. Auch mehrere kleine Twists werden eingeschoben, welche sich positiv vom gängigen Genrebrei abheben. Diese werden bis zu einer Szene während des Abspanns beinahe schon ein wenig überstrapaziert und etwas zu ausgiebig erläutert, weil man dem Publikum augenscheinlich nicht allzu viel Kombinationsgabe zutraut.
Obgleich kleinere Versuche auflockernden Humors eher verpuffen und darstellerisch nicht mehr als passabel performt wird, ist handwerklich wenig zu bemäkeln. Was insgesamt fehlt, ist ein herausstechendes Alleinstellungsmerkmal, welches durch die Erscheinung des Killers und das weitgehend austauschbare Setting nicht geliefert wird. Dennoch ein okayer Beitrag für Zwischendurch, der im finalen Akt vieles richtig macht und seinen bis dato zu routiniert erscheinenden Eindruck leicht verbessert.
5,5 von 10