In der 2. Auflage seines verdienstvollen Buches "The Mexican Masked Wrestler and Monster Filmography" (McFarland 2008) schreibt R.M. Cotter u.a. folgendes über den Film: "The story [...] was a re-write of the first Wrestling Woman movie. Since both were written by Alfredo Salazar, at least the producers weren't ripping off someone else's good idea." (Seite 144). Diese Einschätzung ist jedoch nur zum Teil zutreffend. Der Film ist zwar in groben Zügen ein Remake von LAS LUCHADORAS CONTRA EL MEDICO ASESINO, doch vor allem ist LAS LUCHADORAS CONTRA EL ROBOT ASESINO ist ein ziemlich dreistes rip-off der Episode RETURN OF THE CYBERNAUTS (deutscher Titel: Und noch einmal Roboter) aus der britischen TV-Serie THE AVENGERS. Der Handlungsverlauf ist weitgehend identisch, ganze Dialogzeilen wurden wortwörtlich übernommen und zahlreiche Sequenzen bis ins Detail kopiert. Um die zugrunde liegende Story des 50 Minuten langen TV-Films auf Spielfilmlänge zu strecken, konstruierte der Drehbuchautor kurzerhand einen zweiten Showdown, und fertig war ein weiterer mexikanischer Horrorfilm. Doch der Reihe nach:
Der angesehene, aber völlig übergeschnappte Wissenschaftler Dr. Orlac und sein ihm sklavisch ergebener Assistent Waldo, der Orlac immer nur mit "Maestro" anspricht, haben es sich zum Ziel gesetzt, eine Armee von menschlichen Robotern ("robots humanos") zu erschaffen. Um ihren Plan in die Tat umsetzen zu können, benötigen sie jedoch die Unterstützung durch andere Wissenschaftler, die als Experten auf Ihrem jeweiligen Fachgebiet gelten. Mit Hilfe eines von ihm konstruierten Roboters entführt Orlac nach und nach einige Wissenschaftler und lässt sie in sein geheimes Labor bringen. Mit Geld und guten Worten versucht Orlac dann, die Männer zur Mitarbeit zu überreden. Als aber einer der verschleppten namens Prof. Reyna seine Unterstützung verweigert, lässt Orlac ihn vor den Augen der anderen durch den Roboter umbringen. Die Wissenschaftler erklären sich nun mehr oder weniger freiwillig bereit, Orlac behilflich zu sein.
Gaby Reyna, die Nichte von Prof. Reyna, ist eine erfolgreiche Ringkämpferin und zudem sehr gut mit dem Polizeiinspektor Arturo Campos und dessen Assistent Chava Lopez befreundet. Als Prof. Reynas Leiche entdeckt wird versuchen Gaby und ihre Freunde, zu der auch die Ringerin Gema Nelson gehört, die Hintergründe des Mordes aufzuklären.
Inzwischen hat der von Orlac gefangen gehaltene Dr. Chavez heimlich eine kleine Bombe gebastelt, und es gelingt ihm, diese in Orlacs Labor zu zünden und zu entkommen. Er flüchtet in die Wohnung von Gaby Reyna. Doch kaum dort angekommen wird er auch schon von dem Roboter, der ihm gefolgt ist, niedergeschlagen und in Orlacs Labor zurückgebracht. Nach einigem Hin und Her scheint Orlac schließlich am Ziel seiner Wünsche zu sein. Die Wissenschaftler präsentieren ihm einen Apparat, mit dessen Hilfe man Menschen in willenlose Zombies verwandeln kann. Um dies zu testen, wird der abtrünnigen Dr. Chavez als Versuchskaninchen ausgewählt. Nach erfolgreicher Demonstration, bei der Orlac ihn wie einen Hampelmann im Labor herumlaufen lässt, tötet er ihn mit Hilfe der Apparatur.
Inzwischen sind Gaby und Ihre Freunde dem wahnsinnigen Orlac jedoch auf die Spur gekommen und dringen in das Labor ein. Es kommt zu einem wilden Handgemenge, in dessen Verlauf der Roboter einen Kurzschluss erleidet und Amok läuft. Er tötet Waldo und einige andere Helfershelfer von Orlac, bis er schließlich in Flammen aufgeht. Orlac kann jedoch in dem durcheinander entkommen. Um sich an Gaby und den anderen zu rächen, entführt er etwas später eine Ringerin, die er per Gehirnoperation zu einer unbesiegbaren Robot-Ringkämpferin namens Elektra umfunktioniert. Im Ring kommt es schließlich zum finalen Showdown zwischen Gaby, Gema und Elektra. Doch Arturo erkennt schnell, dass Elektra von Orlac ferngesteuert wird. Vor der nun anrückenden Polizei flüchten Orlac und Elektra auf die Galerie der Halle. Arturo kann jedoch mit Hilfe von Chava zunächst Elektra unschädlich machen und schließlich auch Orlac überwältigen. Orlac und Elektra stürzen von der Galerie in die Tiefe und schlagen mitten im Ring auf...
LAS LUCHADORAS CONTRA EL ROBOT ASESINO ist ein wunderbar surreales Gebräu aus absurden Einfällen und zahlreichen Versatzstücken des Horror- und Science-Fiction Genres, garniert mit einigen eher langweiligen Ringkampf-Szenen, wie sie typisch sind für viele mexikanische Genre-Filme. Diese Filme, zumeist mit einem maskierten Ringer in der Rolle des Helden, wurden vor allem in den 50er, 60er und 70er Jahren zumeist billig und in großer Zahl in Mexiko produziert. Um Zeit und Geld zu sparen, griffen die Produzenten dabei immer wieder mal recht großzügig auf die Ideen anderer Filmemacher zurück oder integrierten gleich komplette Szenen aus anderen Filmen in die eigenen Produktionen.
Auch für die Produzenten von LAS LUCHADORAS CONTRA EL ROBOT ASESINO war der Sparzwang zweifellos oberstes Gebot. So ist z.B. das Labor, in dem Dr. Orlac seine infamen Experimente durchführt, ziemlich armselig und spartanisch eingerichtet, trotz der Ausrüstung mit Gerätschaften von "Siemens, Mexicana S.A." (!) Auch sonst ist die Ausstattung des Films eher schlicht und der Einsatz von "Spezialeffekten" beschränken sich auf die Aktionen des Roboters. Dieser ist zweifellos der eigentliche Star des Films, eine herrlich groteske Gestalt, mit einem Kopf aus Metall, einem schwarzen Trenchcoat, Hut und Sonnebrille. Wenn er Autotüren aus ihrer Verankerung reißt oder sich seinen Weg mit Karateschlägen durch Türen und Wände bahnt (auch wenn diese augenscheinlich aus Pappmaché sind), dann bleibt kein Auge trocken.
Carlos Agosti agiert in seiner Rolle als Dr. Orlac wie der klassische "mad scientist" und trägt dabei ziemlich dick auf, mit rollenden Augen, bösartigem Lachen und einem insgesamt sehr pompösen Gestus. Selbstverständlich gehört auch ein von ihm geschaffenes und im Keller des Labors gefangen gehaltenes Monstrum ("el hombre zombie") namens Carfax zum Inventar des Films. Der nominelle Hauptdarsteller Joaquin Cordero als Inspektor Arturo Campos bleibt in seiner Heldenrolle allerdings recht blass und auch die resoluten "Luchadoras" sind kaum mehr als schmückendes Beiwerk. Hector Lechuga sorgt als etwas trotteliger Assistent des ermittelnden Inspektors für ein paar komödiantischen Einlagen, die jedoch zumeist einfach nur albern sind.
Und wie schon angesprochen, hat sich Drehbuchautor Alfredo Salazar nicht nur das Aussehen des Roboters, sondern fast alle Ideen des Films bei RETURN OF THE CYBERNAUTS "geborgt".
Insbesondere die nachfolgend beschriebenen Szenen und Details aus der AVENGERS-Episode finden sich fast unverändert auch in LAS LUCHADORAS CONTRA EL ROBOT ASESINO wieder:
Die Programmierung des Roboters erfolgt mit Karteikarten, die in den Roboter eingeführt werden und auf denen ein Foto, seltsame Hieroglyphen und ein EKG des Opfers gespeichert sind. Diese Karten sehen in beiden Filmen nahezu identisch aus. In RETURN OF THE CYBERNAUTS werden diese Karteikarten jedoch nicht direkt in den Roboter, sondern in einen Steuerungscomputer eingeführt.
Die Entführungen der Wissenschaftler ist in beiden Filmen mehr oder weniger identisch inszeniert. Als der Roboter z.B. einen der Wissenschaftler angreift, flüchtet dieser und lässt dabei seine Autoschlüssel fallen. Gerade noch rechtzeitig kann er sie wieder aufheben und den Wagen starten. Im gleichen Augenblick stemmt sich der Roboter jedoch gegen das Fahrzeug und hindert es am wegfahren. Obwohl der Fahrer Vollgas gibt, kommt der Wagen keinen Meter weit voran. In beiden Filmen gibt es eine Großaufnahme der am Boden liegenden Schlüssel und jeweils zwei Detailaufnahme der durchdrehenden Räder.
In beiden Filmen feuert einer der Wissenschaftler seinen Revolver auf den angreifenden Roboter ab, ohne jedoch irgendeine Wirkung zu erzielen.
Einer der Wissenschaftler, die in großen, vergitterten Zellen festgehalten werden, weigert sich bei der Verwirklichung von Orlacs Plänen mitzuwirken. Daraufhin lässt Orlac ihn scheinbar frei, doch der Mann kommt nicht weit, denn er wird vom Roboter getötet.
Einem der anderen entführten Männer gelingt es, eine kleine Bombe zu bauen und im Labor zu zünden. Im allgemeinen Durcheinander kann er entkommen, doch schon kurz darauf wird er vom Roboter aufgespürt und ins Labor zurückgebracht. Später wird er getötet, als die von den Wissenschaftlern erfundene Apparatur an ihm getestet wird.
Absolut identisch in Szene gesetzt ist auch die Sequenz in der der Roboter bei einem der Opfer im Büro erscheint. Er geht an der telefonierenden Sekretärin vorbei zur Bürotür und die etwas einfältige Schreibkraft beginnt mit dem Roboter zu flirten, bis dieser sie niederschlägt. Später gilt ihre einzige Sorge ihrer Frisur und ob sie auf den zu erwartenden Pressefotos auch gut genug aussehen wird.
Und schließlich ist auch der Showdown im Labor in beiden Filmen zu finden, doch während die AVENGERS-Episode hier endet, liefert uns Salazar noch einen Nachschlag im Ring.
Zwar ist in beiden Filmen der Bösewicht ein Bekannter der Helden, ansonsten ist die Figurenkonstellation jedoch grundverschieden. Eine weitere Abweichung in der Story der beiden Filme ist, dass der wahnsinnige Orlac nichts geringeres als die Weltherrschaft anstrebt (was sonst?), während es dem von Peter Cushing dargestellten Paul Beresford in RETURN OF THE CYBERNAUTS nur darum geht, sich möglichst spektakulär an Emma Peel und John Steed zu Rächen.
Laut der mexikanischen Internet-Filmdatenbank www.cineyrevmex.unam.mx wurde LAS LUCHADORAS CONTRA EL ROBOT ASESINO zwischen dem 10. und 30. April 1968 gedreht und am 09.01969 in Mexiko uraufgeführt. Die AVENGERS-Episode RETURN OF THE CYBERNAUTS wurde am 30.09.1967 als Folge 121 erstmals in Großbritannien ausgestrahlt und in den USA am 21.02.1968.
Bei der in Deutschland am 22.05.1972 unter dem Titel HORROR-MONSTER SCHLAGEN ZU uraufgeführten Version des Films handelt es sich scheinbar um die "El Sexo"-Variante (EL ASESION LOCO Y EL SEXO). Sogenannte "El Sexo"-Versionen wurden in den 60er und 70er Jahren von vielen mexikanischen Horrorfilmen hergestellt. In diesen Fällen wurden zusätzliche oder anders gedrehte Szenen in einen Film eingefügt, die gegenüber der "regulären" Version mehr Erotik zu bieten hatten. Die meisten dieser "El
Sexo"-Versionen scheinen jedoch verloren gegangen zu sein.
HORROR-MONSTER SCHLAGEN ZU, damals im Verleih der "Trust International", war ab 16 Jahren freigegeben und angeblich 73 Minuten lang.
Laut www.synchrondatenbank.de wurde der Film von der "FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH",
München synchronisiert. Das Dialogbuch schrieb
demnach Alice Franz, die Regie führte Til Kiwe.
Sprecher waren Christian Marschall für Carlos Agosti, Alexander Allerson für Hector Lechuga und Marion Hartmann für Regina Torne.
Der Kritiker des "Filmdienst" sah in HORROR-MONSTER SCHLAGEN ZU einen "abstruse[n] Horrorfilm mit fragwürdigem Weltbild. Primitiv konstruiert, zusätzlich ärgerlich durch aufgesetzte Sex-Einsprengsel."
Leider ist die DF seit ihrer Kinoaufführung nicht wieder aufgetaucht.