Bad Money…
…oder ein weiterer Film auf der lange Liste solcher, die leider viele Chancen auslassen. Dennoch sei vorangestellt, dass ich den Film für einen gemütlichen Filmabend durchaus empfehlen kann. Wer aufgrund der Inhaltsangabe oder Genrezuordnung aber eine abgedrehte Komödie erwartet, könnte durchaus enttäuscht sein.
Ich persönlich hätte den Film zusätzlich dem Genre Drama zugeordnet – zeichnet er doch einen erschreckend realistischen Querschnitt unserer Wohlstandsgesellschaft. Erzählt wird das Ganze hier im Wesentlichen in drei Geschichten oder vielmehr begleitet man einfach nur die jeweiligen Hauptfiguren an einigen Tagen ihres Lebens.
Dabei sind die skurrilen Gestalten und ihre absonderlichen Lebenswege, die bei genauer Betrachtung eigentlich schrecklich alltäglich sind, sowohl Stärke als auch Schwäche des Films zugleich. So macht es bis zu einem gewissen Grad einfach nur Spaß, ihnen zuzusehen und ihrem teilweise intellektuellen und gleichzeitig hohlen Geschwafel zu lauschen, bedauerlich ist dabei aber, dass es bis auf wenige Ausnahmen nie darüber hinausgeht. So fehlt es sowohl an richtig schönen Lachern wie an wirklicher Tiefe und dass obwohl in den Charakteren ausreichend Potential für beides gesteckt hätte.
Leider bleibt aber die ganze Zeit das Gefühl, dass sich der Film auf der einen Seite zu ernst nimmt und andererseits nicht bereit ist, uns zu erschüttern. Daran kann dann auch der Tod eines der Protagonisten nichts ändern.
Vielleicht wäre es auch gut gewesen, den Film noch zehn bis fünfzehn Minuten zu strecken. Denn gerade der Geschichte um George hätten hinten raus noch mehr Reibungspunkte mit seinem Umfeld gut getan, insbesondere auch, damit man der doch recht ausführlichen Einführung in seine Situation gerecht wird. Und Murray und Stick hätte ich einfach gerne noch ein bisschen zugesehen - vielleicht eine nette kleine Tanzszene zu einem schönen Country-Klassiker, das hätte aus meiner Sicht wunderbar zu der Veranstaltung mit den schwulen Cowboys gepasst.
Aber leider wurde gerade auch beim Soundtrack zu sehr die dramatische Seite rausgeputzt, wobei es doch gerade die Musik ist, die der Stimmung den richtigen Drive verpassen kann. Ich würde hier sogar soweit gehen, dass die richtige Musik kombiniert mit dem Austausch von ein bis zwei Schauspielern aus diesem unterhaltsamen kleinen Abendprogramm ein echtes Highlight gemacht hätte. Schade!
Aber trotzdem noch gute 6/10 Punkte.
Wem der Film gefallen hat, könnte auch Freude an den Folgenden haben:
- Beautiful Girls
- Dogtown
- Lang lebe Ned Divine!