Früh sicherte sich Bernd Eichinger die Rechte an der Comic Serie „The Fantastic Four“, aber nur für eine bestimmte Zeit. Ziemlich schnell war ihm klar dass man zu der damaligen Zeit diesen Film nicht so umsetzen konnte, wie es die Vorlage verlangte. Da aber die Rechte zurück an „Marvel“ fallen würden wenn er nicht in Produktion gegangen wäre, überlegte er sich einen überraschend guten Deal. So beauftrage er Roger Corman einen Film für wenig Geld (zwischen 1 und 1.5 Millionen $) zu produzieren und diesen dann nicht zu veröffentlichen. B-Großmeister Corman weiß natürlich was ein gutes Geschäft ist und stellte den Film auf die Beine ohne der Crew mitzuteilen das dieser Film in den Archiven verschwinden sollte. Das war eine weitere gute Idee, denn man merkt den Beteiligten an das sie sich doch Mühe gaben, das Beste aus dem kleinen Budget herauszuholen.
In groben Zügen hielt sich Oley Sassone(„Bloodfist 3“, „Sunset Killer 4“) dann auch an die Vorlage. Elemente wie die Verwandlung der 4, das Köstum des Dr. Doom und sein Schloss, die blinde Freundin des „Thing“ und die (Schlaf-)Anzüge der Superhelden sind fast 1:1 übernommen wurden. Aber das bereitet den Streifen auch etliche Probleme. So vergeht etwas über die Hälfte des Filmes, bis die Superhelden ihre Übermenschlichen Kräfte bekommen und selbst dann erlernen sie diese erst langsam. Diese Erzählweise ist leider immer wieder bei Comicverfilmungen ein Problem, wenn der oder die Helden nicht von Anfang im Film als Superheld vorgestellt werden und erst die Superkräfte im laufe des Filmes bekommen. Diese Inszenierung verlangsamt doch sehr häufig das Tempo eines Filmes und so ist es auch hier der Fall. Erst viel zu spät entsteht Action, was sicherlich auch mit dem Budget zu tun hatte, und so dümpelt die Story bis auf wenige lichte Momente doch ganz schön vor sich hin. Ideen wie die Freaks aus der Kanalisation sind auch nicht gerade originell und weichen dann doch erheblich von der Vorlage ab, sind aber ein Bestandteil dieser Geschichte. So verlässt Ben Grimm erstmal seine Freunde und findet bei der Gruppe, nach seiner Verwandlung, Zuflucht.
Sonst besteht die Story aus dem Kampf zwischen den Fantastischen Vier und dem ehemaligen Kollegen von Reed Richards, Victor Von Doom, der nach einem misslungenen Experiment wahnsinnig geworden ist.
1993 waren CGI Effekte für einen B-Film noch unbezahlbar und trotzdem haben sich die EFX Leute Mühe gegeben bei den Spezial Effekten. Zwar kommen sie über den üblichen Standard nicht heraus (Mr. Fantastic verlängert mal ein Bein oder ein Arm, bei Sue Storm werden die üblichen „Unsichtbar“ Effekte eingesetzt, wie eine schwebende Waffe) aber mehr war nicht zu holen. Die Flammeneffekte bei „Der Fackel“ gehen anfangs noch in Ordnung, aber am Ende als er einen Laserstrahl aufhalten muss, sieht es aus wie eine Zeichentrickfigur. Zumindest kann man darüber Lachen. Aber bei so einem Budget und der Vorlage muss man sich mit teilweise doch billigen Effekten zufrieden geben.
Bei den Leistungen der Darsteller gibt es Licht und Schatten. Nicht besonders gut kommt Jay Underwood („Sleepstalker“, „44 Minutes“) als Johnny Storm weg. Er wirkt viel zu blass und hat einfach keine Ausstrahlung. Die Rolle des Coolen Draufgängers und Frauenhelden kann er nicht eine Minute ausfüllen. Alex Hyde-White („Phantom Der Oper“, „Mars“) haben sie ganz gut zu Recht gemacht und geht somit in Ordnung. Über Rececca Staab („T.N.T“, „Substitute 3“) kann auch nicht groß meckern, vor allem weil sie dann eher unsichtbar ist. Am besten steht Michael Bailey Smith („In Hell“, „Steel Frontier“) da, der sowohl Ben Grimm als auch „Das Ding“ vernünftig verkörpert. Auch wenn das Kostüm arg lächerlich aussieht. Aber die bisherigen Bilder der Neuverfilmung (oder richtigen Verfilmung?) machen auch noch nicht viel her. Joseph Culp sieht man nur kurz am Anfang, bevor er unter dem Köstum des Dr. Doom verborgen bleibt.
Dafür merkt man den Regisseur an, dass er sich in Zeug gelegt hat (Auch wenn einige unfreiwillig komische Szenen auftauchen wie die Entführung von Ben Grimms Freundin, die mit Chloroform betäubt wird und man aus ihrer Sicht sieht wie ihre Augen zufallen. Eigentlich nichts besonderes, nur das sie Blind ist!!!). Er holte das bestmöglichste heraus und sowohl Ausstattung, Kameraarbeit und Musik (Eric und David Wurst haben hier eine ihrer besten Arbeiten abgeliefert) sind überraschend gelungen. Dementsprechend sauer reagierten auch die Beteiligten (vor allem Oley Sassone) als der Film nie veröffentlicht wurde.
Fazit:
Für das Budget ist der Film gar nicht mal so übel geworden. Man darf natürlich keinen Blockbuster erwarten, denn dafür sind die Schauspieler zu schwach, der Plot zu Actionarm und die Effekte zu schlecht. Aber eine offizielle Veröffentlichung hätte er schon verdient, denn es ist schon grausameres gedreht wurden. Vielleicht kommt er ja im Zuge der FOX Produktion als DVD auf dem Markt, damit man sehen kann wie im Vorspann erwähnt wird:
Concorde Pictures presents a Neue Constanstin Film Production:)
4/10