iHaveCNit: Maria (2025) – Pablo Larrain - Studiocanal
Deutscher Kinostart: 06.02.2025
gesehen am 08.04.2025
Filmforum Frankfurt Höchst – 20:30 Uhr
Paris im September 1977. Die berühmte Opernsängerin Maria Callas ist seit mehreren Jahren nicht mehr auf den Bühnen dieser Welt aufgetreten. Trotz ihres eher weniger guten Gesundheitszustands, wegen dem sich ihre Haushälterin und ihr Butler konsequent Sorgen machen, plant sie das große Comeback. Inmitten dieser Planungen kommt ein TV-Team für ein Interview gerade recht, so dass sie ihre Erinnerungen noch einmal rekapitulieren kann.
Nach „Jackie“ und „Spencer“ ist nun „Maria“ ein weiterer Film des chilenischen Regisseurs Pablo Larrain, in dem er sich einer berühmten Frau der Geschichte widmet, die in gewisser Art und Weise Teil eines fremdbestimmten Systems gewesen sind. „Maria“ reiht sich aber auch in die Zahl vieler Musiker-Biopics der letzten Zeit ein, bei dem es schwierig ist, irgendetwas Eigenes vorweisen zu können, damit der Film aus der Masse hervorsticht. Und auch hier kann sich „Maria“ nicht ganz hervorheben. Dennoch hat mir das Schauspiel von Hauptdarstellerin Angelina Jolie sehr gut gefallen. Tragisch, dass es Larrain nicht gelungen ist, mit Jolie nach Kristen Stewart und Natalie Portman eine weitere Darstellerin in Oscarnähe zu pushen und an einer Nominierung für Jolie gescheitert ist. Eine Nominierung hingegen gab es für die Kamerarbeit, die hier wundervolle Bilder kreiiert und auch die Ausstattung in Kostümen und Sets tut hier ihr übriges. Das was ich jedoch sagen würde, worin dieses Biopic für mich punkten kann ist die Konzeption. Zwischen Kammerspiel, in dem vor allem das Zusammenspiel mit Jolie und Pierfrancesco Favino und Alba Rohrwacher in ihrem Alltag im Fokus steht, der ein wenig von ihrer musikalischen Obsession und Nostalgie gebrochen wird. Hier kommt es auch immer wieder im Laufe des Films zu interessant eingewobenen Rückblenden ihres Lebens und Träumereien sowie auch eingebundenen Gesangsnummern ihrer großen Auftritte in der Oper, wobei sich hier die Wahrnehmung immer als etwas unzuverlässig herausstellt. Aber im Kern wird hier genau die musikalische Kunst von ihr als eine Art Wahn, Obsession und auch als eine Liebes-Hass-Beziehung dargestellt, in dem sich in einer gewissen Tragik und Schwere eine Maria Callas immer fremdbestimmt fühlte und nie der Musik nach eigenem Willen nachgehen konnte während ihrer Beziehungen zu unter anderem dem griechischen Unternehmer Aristoteles Onassis. Und ganz frei übersetzt hat vor allem eine ihrer Rollen in der Oper und eine legendäre Arie dieser Oper einen gewissen symbolischen Effekt auch auf ihr Leben gehabt, wenn man die Arie „Vissi d´Arte“ aus Giacomo Puccinis Oper „Tosca“, die von der Sängerin Floria Tosca gesungen wird darin übersetzt, dass Sie für die Liebe und die Kunst der Musik gelebt hat.
„Maria“ - My First Look – 8/10 Punkte