Review

Gnädiger Gatewayhorror

"Monster Summer" erinnert an bessere Zeiten für kindliche Genrefilme ("Goonies", "Holes", "Sandlot", "Stand By Me") und lässt uns einer sympathischen, glaubhaften Clique von Kindern bzw. jungen Jugendlichen folgen, die sich mit einem pensionierten Polizistengrummel (Mel Gibson!) zusammentun um eine gefährliche Hexe davon abzubringen sich einen nach dem anderen zu schnappen und ihnen nicht nur die Ferien zu versauen...

Der Sommer unseres Todes

Titel, Regisseur, Poster - außer Mel Gibson schreit hier eigentlich nichts "Guck mich!". Und trotzdem könnte man durchaus gut auf seine Kosten kommen, wenn man zufällig über "Monster Summer" stolpert ohne viel zu erwarten - vor allem wenn man vielleicht kleinere, angehende Horrorfans im Haushalt hat und man schon o.g. Klassiker und Vorbilder mit ihnen durch hat. "Monster Summer" bläht seine Epoche (Neunziger) nicht unangenehm weit auf, Gibson ist alles andere als auf Autopilot, der gesamte Cast hat starke Chemie untereinander und selbst eine "simple Hexe" kann frischer, bissiger, fieser wirken als sie eigentlich jedes Recht hätte. In seinen besten Momenten ist das sogar nah an sowas wie "Scary Stories to Tell in the Dark". Das Tempo wird nicht verschleppt, nichts wirkt zu aufgeweicht oder zu abgeschliffen, alles hat noch genug Biss, Kante, Schärfe. Das lob' ich mir. Das hätte man gerne öfters. Warum er für meinen Geschmack dann doch nicht zu sowas wie "Summer of '85" aufschließt? Weil er dafür weder stylish noch böse genug ist. Er macht halt einfach sehr solide, aber in seichtem Wasser, sein Ding. Richtig gute Filme stellen (auch kleinere Zuschauer) auch mal vor echte Hürden, sie brechen aus, überraschen oder schockieren in gewissem Maße gar. "Monster Summer" wirkt eher wie wenn eine K.I. von 2040 einen ganzen, funktionierenden Film aus erfolgreichen Versatzstücken innerhalb von dreißig Sekunden zusammengebaut hätte. Aber richtig Seele? Da geht mehr. Originalität und Kreativität sicher auch. Für spooky Stuff für die Minis reicht's aber locker. Ein milder Oktobertipp.

Hexen Hexen Hexen

Fazit: Gibson nutzt seine wenigen Minuten gut, die Kids spielen glaubhaft und haben Chemie, es gibt (zumindest für Einsteiger in dem Genre) ein paar effektive, gruselige Momente und die 90er sind momentan ja fast lieber gesehen als die 80er... "Monster Summer" macht mehr richtig als die meisten wohl vermuten würden. Wenn auch wenig, vielleicht nichts, richtig top oder überragend. 

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