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Martha's Vineyard, 1997: Der Teenager Noah Reed hegt Ambitionen als Möchtegern-Reporter und würde liebend gerne eine Story in der Lokal-Zeitung unterbringen... weswegen er mit seinen Freunden Eugene, Sammy und Ben auch dem grummeligen, alten Mr. Carruthers nachspioniert, von dem es heißt, dass er einst Frau und Kind ermordet haben soll. Plötzlich kommt es auf der Insel jedoch zu einer Reihe von merkwürdigen Zwischenfällen bezüglich einiger Kids, die da von der örtlichen Polizei in einem fast schon katatonischen Zustand aufgefunden werden... darunter auch Ben, der von da an nur noch apathisch vor sich hinstiert. Noah vermutet das Werk einer waschechten Hexe hinter den seltsamen Vorkommnissen und stellt gemeinsam mit Carruthers, der sich als pensionierter Polizist entpuppt und immer noch eine gute Spürnase hat, Nachforschungen in der Angelegenheit an. Doch wer ist die Übeltäterin, die den Jugendlichen da offenbar die Seele aussaugt? Schwer verdächtig erscheint da schnell die merkwürdige Miss Halverson, die über den Sommer im Bed and Breakfast von Noahs Mutter ein Zimmer gemietet hat... Der Erfolg der Netflix-Serie "Stranger Things" war sicherlich ausschlaggebend dafür, dieses vorliegende Kinder-Abenteuer auf den Weg zu bringen, denn die Gemeinsamkeiten sind da doch wieder mal offensichtlich... nur bezüglich des heraufbeschworenen Retro-Charmes ist man eine Dekade weiter gesprungen und huldigt nun ein wenig der 90er Jahre-Nostalgie, allerdings ohne dabei (produktionsbedingt) allzu heftig im anvisierten Zeitkolorit zu schwelgen. Liebend gerne würde Regisseur David Henrie mit seinem Filmchen da wohl solchen Sparten-Klassikern wie "Die Goonies" oder "Monster Busters" nacheifern, doch wird sein "Monster Summer" kaum jemals in einem Atemzug mit jenen genannt werden: Einerseits scheitert er da bereits beim Versuch, ein ähnliches Flair zu verbreiten, denn optisch kommt das alles ohne großen F/X-Aufwand recht billig und nur wenig stimmungsvoll daher... und andererseits geht er seine Geschichte da doch nur mit angezogener Handbremse und deshalb viel zu tempolos an, was die Kids von heute wohl kaum abholen dürfte. Was ein "Monster Busters" nämlich einst noch in weniger als 75 Minuten über die Bühne gebracht hat, dazu benötigt "Monster Summer" mehr als anderthalb Stunden und wirkt dann selbst für ein so harmloses Jugend-Abenteuer noch ziemlich zaghaft, was die gruseligen Details anbelangt, und penibel darauf bedacht, in Hinsicht auf die anvisierte Zielgruppe (und deren vermutlich noch empfindlichere Eltern) niemals ZU aufregend oder scary zu sein. So wird hier unterm Strich leider viel Potenzial für einen kindgerechten Genre-Beitrag schlichtweg vergeudet, denn eigentlich wäre es doch mal an der Zeit, dass die 80s-Spielberg-Masche bezüglich familientauglicher Horror-Streifen à la "Gremlins" und "Poltergeist" ein Update erfährt. Einzig und alleine Mel Gibson, der in der Rolle des alten Ex-Bullen Carruthers wirklich ideal gecastet ist, hebt "Monster Summer" insgesamt leicht über den Durchschnitt...

6/10

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