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Am 5. September 1972 wurde zum ersten Mal ein Terrorakt live im TV gesendet. Der Film erzählt die Geiselnahme der Münchner Olympiade detailliert nach, ohne das Gebäude der Sendeanstalt zu verlassen. Die einzigartige Perspektive der ABC-Sportreporter, die urplötzlich zu politischen Berichterstattern wurden, eröffnet eine gänzlich neue Sichtweise auf das Ereignis. Wir sind als Zuschauer ganz nah am Geschehen, erhalten unsere Informationen quasi in Echtzeit von Bildschirm, Telefon, Polizeifunk und Telefax und wägen gemeinsam mit den Protagonisten die Risiken einer Veröffentlichung ab. 

Regisseur und Ko-Autor Tim Fehlbaum hat mit ambitionierten SciFi-Filmen wie HELL und TIDES auf sich aufmerksam gemacht, hier liefert er endlich einen richtig großen Wurf ab: SEPTEMBER 5 ist spannend und rasant inszeniert, stark besetzt, authentisch ausgestattet und bietet trotz des historisch-dokumentarischen Ansatzes ausreichend Stoff zum Nachdenken über mediale Verantwortung – das Drehbuch wurde mit dem Oscar ausgezeichnet.

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