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kurz angerissen

Dass er zu architektonischen Meisterwerken in der Lage sein würde, deutete Brady Corbet bei seinem streitbaren „Vox Lux“ bereits an, der selbst die glatte Form der Popmusik annahm, die er behandelte. In „The Brutalist“ geht er nach dem gleichen Schema vor und imitiert erneut das Objekt, das er behandelt: Riesige, minimalistische Flächen formen sich zu Kapiteln, die sich zu einem monströsen filmischen Konstrukt verbinden, das von seinen scharfen Kontrasten lebt, seinem Korn, seiner Haptik und seinem schieren Volumen.

Dabei kondensiert unentwegt Leere in die Stratosphäre; es ist schließlich nur ein Mann, ein schmächtiger Strich in der Landschaft noch dazu, um den sich die dreieinhalb Stunden drehen. Adrien Brody wirkt immerzu wie ein geprügelter Hund, den man ein paar Mal zu oft durch die brennenden Reifen des Holocaust gepeitscht hat. Umso faszinierender ist die Größe, die sein Schatten am Ende auf die überdimensionale Betonleinwand wirft.

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