Justin (Nicholas Hoult) ist in einer ethisch-moralischen und zugleich auch existenziellen Bredouille: Als Jurymitglied in einem Mordprozess muss er sehr schnell feststellen, dass er durch einen tragischen Zufall in die Sache verwickelt ist. Je weiter der Prozess fortschreitet, desto heikler wird es für ihn, mit der Wahrheit herauszukommen. Als ein Ex-Cop auf eigene Faust im Fall ermittelt, wird Justin noch weiter gefährdet. Und zu Hause wartet seine hochschwangere Freundin.
Clint Eastwoods möglicherweise letzter Film, sehr gut geschrieben und gewohnt souverän inszeniert, ist kein klassischer Justizthriller. Die Szenen vor Gericht werden pragmatisch aufs Wesentliche reduziert, Verhöre und Plädoyers so zusammengeschnitten, das sie gleichberechtigt nebeneinander stehen. Durch leichte Nuancen in den Rückblenden entsteht ein „Rashomon-Effekt“ – auch wenn wir glauben zu wissen, was passiert ist, bleiben weiterhin verschiedene Auslegungen möglich.
„The truth is not justice“ ist einer der Kernsätze: Es geht darum, was wichtiger ist – die objektive Wahrheit oder die subjektive Gerechtigkeit, bei der alle das bekommen, was sie verdienen. Ganz gleich, wie die Sache ausgeht, am Ende dieses Films werden alle etwas verloren haben.