7
kurz angerissen
Ein durch und durch klassisches Gerichtsdrama, das konsequent um sein durchdachtes Drehbuch herum aufgebaut ist, so etwas bekommt man nicht mehr alle Tage. Vielleicht braucht es dafür tatsächlich inzwischen einen Dinosaurier wie Clint Eastwood. Der hatte sein Mojo in den letzten Jahren ein wenig verloren, meldet sich auf die alten Tage aber mit seiner besten Regiearbeit seit langer Zeit zurück. Hier ist jeder Zug präzise beobachtet und mit Sorgfalt arrangiert. Zwischen jenen, die persönlich in den Fall verstrickt sind, und jenen, die ihn von außen zu bewerten haben, flimmert die unausgesprochene Anspannung unentwegt, und die Kamera ist als neutrale Instanz immer mit dabei, um das Augenmerk auf unscheinbare Indizien zu legen. Derart fokussiertes Filmemachern unter Vermeidung ablenkender Haken und Ösen erscheint wie eine Fata Morgana, eine Reise zurück in die 90er.
9
Clint Eastwood scheint des Filmemachens nicht müde zu werden und ihm gelingt mit "Juror #2" erneut ein großartiges Werk, ein Justizthriller mit außergewöhnlicher Handlung. Dabei regt der Film unweigerlich zum Nachdenken an, ist klasse und einfühlsam erzählt und das relativ offene Ende bietet Spielraum für Diskussionen. - Intelligenter Gerichtsfilm über Schuld und Sühne, das den Zuschauer mit spannenden Fragen konfrontiert. Klasse!
9
Mr. Eastwood in den Zeugenstand, bitte! Oder ist er doch der Richter? Auf jeden Fall (das wahrscheinlich) letzte Mal der Mann hinter der Kamera! Sehr starkes Ende einer Filmkarriere, die ihresgleichen sucht ! Alleine diesen moralischen Zwiespalt, den er (Juror #2) als Geschworener hat - schicke ich einen Unschuldigen in den Knast oder gebe ich meine, gerade gegründete, Familie auf !? Starke Schauspielriege - top besetzt und gespielt! Auch die Erzählweise, super ruhig und nie zu ruhig, man bleibt dran.. Die Einblicke ins amerikanische Rechtssystem - stark! Das offene Ende nimmt mir ein bisschen was weg und gleichzeitig kann ich es mir denken ;) Ich liebe Gerichtsfilme !