Früher war doch Alles besser – zumindest was die Filme von Steven Seagal angeht. Mit „Hard to Kill“, „Zum Töten freigegeben“ oder „Alarmstufe: Rot“ lieferte der hölzerne Mime passable Actionfilme ab. Doch nach „Fire Down Below“ war es damit vorbei. Es folgten billige und richtig miese B-Movies wie „The Foreigner“ und auch „Belly of the Beast“.
Die Story ist auch hier schnell erzählt: Die Tochter des ehemaligen CIA-Agenten Jake Hopper (Steven Seagal) wird im Thailand-Urlaub von Terroristen entführt. Papi besinnt sich auf seine alten Fähigkeiten zum Schusswaffenumgang sowie der Handkantenphilosophie und will sie in Ein-Mann-Manier befreien…
Man fragt sich angesichts dieses idiotischen und einschläfernden Machwerks, warum Herr Seagal mit seinen jüngeren, schlechten Filmen mehr Kohle verdient als früher, wo er noch richtig gut und dünn war. Ist er vielleicht ein Beamter? Schließlich bekommt er für Rollen wie in „Belly of the Beast“ immer noch satte Millionen-Beträge, die anscheinend beim Drehbuch und der Inszenierung gespart werden mussten, obwohl der Film mit einem Budget von 18 Mio. Dollar schon recht teuer war. Anders ist die hier zelebrierte Langeweile durchsetzt von ein paar schlechten Digital-Effekten und blutigen Shoot-Outs nicht zu erklären. Ähnlich wie in „The Foreigner“ werden die Stilmittel des Zeitlupeneffekts, schneller unübersichtlicher Schnitte bei Prügelsequenzen und entsprechend fescher Musikuntermalung überstrapaziert, um wohl so etwas wie Coolness zu generieren, was mangels Einfallsreichtum nicht gelingt. Doch Seagal, mit deutlich erkennbarem Bauchansatz, ist auch nicht mehr der Jüngste, weswegen die Kampf-Szenen durch seine unmotivierte Behäbigkeit nie die Klasse zumindest durchschnittlicher Action-Ware erreichen. Dazu gesellt sich eine gehörige Portion Dummheit, so gesehen bei der Szene, als Seagal einen scheinbar in Zeitlupe fliegenden Pfeil spaltet – is klar! Dann kommt natürlich noch die obligatorische spirituelle Verbrämung dazu, welche bei einem Fernduell zwischen Voodoo-Meister und meditierenden Mönchen (!) beim finalen Showdown ihren abstrusen Höhepunkt erreicht. Wie die ganze Sache ausgeht ist ohnehin von der ersten Minute absehbar. Von tumben Klischees, welcher sich „Belly of the Beast“ reihenweise bedient, möchte ich hier gar nicht erst anfangen.
Fazit: „Belly of the Beast“ ist die peinliche Stilisierung eines gealterten Helden. Scheinbar kriegt es der ehemals heldenhafte Zopfträger nicht mehr gebacken, in halbwegs passablen Filmen mitzuwirken. Das sogenannte Drehbuch ist hier löchrig, die Action schlecht choreografiert sowie überstilisiert und die Inszenierung langweilt mit den üblichen Genre-Versatzstücken von Dumm-Dialogen und Gewalt. Steven geh in Rente!