Review

„Belly of the Beast“ ist eine eindeutige Verbesserung für Steven Seagal nach der Gurke „Out for a Kill“.
1993: Jake Hopper (Steven Seagal) arbeitet für die CIA in Thailand, wo er mit seinem Partner Sunti (Byron Mann) in einen Hinterhalt gerät, aus dem sich beide den Weg freikämpfen müssen und Sunti schwer verletzt wird. Damit kann der Beginn bereits eine ordentliche Actionszene mit etwas Geballer und Gekloppe bieten, die auf recht ordentlichem B-Niveau liegt.
Zehn Jahre später ist Jake zwar offiziell ausgestiegen, erledigt aber noch kleinere Jobs für Freunde beim CIA. Sein ganzer Stolz ist seine Tochter Jessica (Sarah Malukul Lane), die mit ihrer Freundin Sara Winthorpe (Elidh MacQueen) und zwei weiteren Freunden Urlaub in Thailand macht. Doch dort werden die Mädchen von Terroristen entführt und die Freunde ermordet. Anfangs fragt man sich, warum die Entführung von zwei Teenagern beim Baden große Bedeutung hat, aber dies liegt nur daran, dass der Film eine ganze Weile lang versäumt zu erwähnen, dass Saras Vater US Senator ist.

Die Terroristen fordern die Freilassung ihrer Sympathisanten; andernfalls droht den Mädels in einer Woche der Exitus. Der CIA setzt zwar eigene Agenten auf die Sache an, doch als besorgter Vater jettet Jake selbst nach Thailand runter und ermittelt gegen die fiesen Radaubrüder, wobei er jedoch auf ein paar Überraschungen stößt...
Die Story von „Belly of the Beast“ gewinnt sicher keine Blumetöpfe, auch wenn man das sicher über die meisten Seagalfilme sagen kann. Nur leider kann „Belly of the Beast“ weniger fesseln als die alten Werke des Aikidomeisters, auch wenn der Plot durchaus routiniert verläuft. Es gibt ein paar Wendungen und Geheimnisse, die stellenweise sogar überraschen können. So besitzt der Film auch keinen Längen, da Regisseur Ching Siu-Tung das Tempo auch halbwegs hoch hält, aber es fehlt doch eine gewisse Faszination.
Dies könnte an dem für Seagalfilme ungewohnten Asienflair liegen, welches „Belly of the Beast“ verströmen will. So merkt man dem Film doch recht schnell an, dass der Regisseur sonst Filme wie „Naked Weapon“ gedreht hat. Die recht bunten Sets und der teilweise etwas comichafte Stil sind an sich auch gar nicht mal schlecht; nur für einen Fan von Seagalfilmen der alten Schule wirken sie teilweise etwas befremdlich und ungewohnt. Zudem ist das Geschehen etwas überdrehter und weniger realistisch (z.B. die Killerin, die sich als Tranvestit herausstellt), wenn auch nicht ganz so abgedreht wie das Geschehen von „Naked Weapon“.

An Action gibt es einiges an Fights und Shoot-Outs zu sehen, von denen einige auch relativ ausgiebig sind. Auch hier wirkt der Stil Ching Siu-Tungs etwas befremdlich, denn so fliegen geschlagene Gegner an Drahtseilen durch die Gegend und Seagal muss sich in einen Szenen sehr offensichtlich doubeln lassen, wenn sein Charakter spektakuläre Sprungkicks veranstaltet, die man sonst in Seagalfilmen nicht findet. Doch die Action ist auf gutem Niveau und recht spektakulär, wobei die Nahkämpfe ansatzweise an das Niveau der Old School Seagals rankommen (trotz sehr weniger Knochenbrüche) und die Shoot-Outs ein paar recht blutige Einschüsse bieten. Vor allem die Schießerei auf dem Abstellgleis, der Kampf gegen die Schwertschwinger und der Showdown sind ziemlich gelungen.
Steven Seagal spielt seine Rolle recht ordentlich und agiert auf gutem Niveau, auch wenn seine Leistungen früher noch überzeugender waren. Byron Mann erbringt sicherlich die überzeugendste Performance des Films und auch die Nebendarsteller sind bis auf ein paar kleinen Ausnahmen allesamt auf recht gutem B-Niveau.

Unterhaltsames B-Movie mit dem Steven Seagal zumindest ansatzweise an alte Tage anknüpfen kann, auch wenn der Stil etwas zu neumodisch ist und die Story nicht allzu sehr fesselt.

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