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When Wussy met Fuck-Face

Erstaunlich, was uns „Lions Gate“ hier für einen Film vorsetzt, eine kleine Splatter-Perle der schrägsten Art. Er beginnt als Buddie-Movie, wandelt sich zum Thriller und schließlich kommt der Horror zum Vorschein, als die Verfolgten feststellen, dass sie es mit einer Familie von Verrückten zu tun hat, die in bester „Texas Chainsaw Massacre“-Tradition immer auf der Suche nach menschlichem Fleisch sind, wenn auch diesmal aus einem anderem Grunde, als zum Verzehr. Eine schwarze Komödie, die sich auf unterhaltsame Weise darauf konzentriert, wie der verklemmte, hoffnungslose Romantiker Adam, eine 26-jährige Jungfrau an der Schwelle zur Zwangsneurose, seine Traumvorstellungen von einer idealen Welt, in der er die Angebetete doch noch erobern wird, über Bord werfen muss, weil er mit der absurdesten Überzeichnung möglicher Gewalt konfrontiert wird. Von einem Extrem ins andere.

Sein ehemals bester Freund, ein Witzbold, der Adam momentan eher belastet und auch dem Zuschauer etwas auf den Geist gehen kann, stellt den amüsanten und politisch total unkorrekten Gegenpart dar. Während Adam von Anfang an sehr sympathisch und zugänglich angelegt ist, muss man sich an den etwas großmäuligen Harley, der auch eine passende Rolle für Jack Black gewesen wäre, und sein Benehmen erst gewöhnen.
Realitätsnähe sollte in dieser Komödie natürlich niemand erwarten, denn die Odyssee, die die beiden auf der Flucht vor dem Patchwork-Wesen, das sie liebevoll „Fuck-Face“ nennen, zu überstehen haben, ist derart surreal, krank und überzeichnet, sodass es gar nicht mehr auffällt, dass am Ende sogar das Übernatürliche in die Handlung Einzug erhält.

Leuten mit schrägem Humor und Spaß am Horror sollte diese Backwood-Parodie gut gefallen und sei hiermit wärmstens ans Herz gelegt, sie war ein Geheimtipp des Festivals (Fantasy Filmfest 2003). Um den Film genießen zu können, muss man jedoch einen etwas abgehärteteren Magen besitzen. Die „lustigen“ Szenen sind sogar bei der Veröffentlichung durch Kinowelt als Videopremiere noch enthalten.
Fans des Genres sollten Adams Wandlung vom Rain Man zum Rambo aber auch dann auf keinen Fall verpassen.

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