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Zwei Kumpels fahren zur Hochzeit einer alten Freundin, beide mit dem Gedanken, sie vor der Trauung noch für sich zu gewinnen. Während Adam der schüchterne Spießer ist, der seine Jungfräulichkeit noch bewahrt hat, ist Harvey der großmäulige Möchtegernaufreisser und geht Adam ständig auf die Nerven. Auf dem Highway geraten sie an einen aggressiven Monstertruck, der sie von der Straße abdrängt, doch damit nicht genug. Auf einem Rasthof sehen sie den Fahrer, dessen zusammengetackertes Gesicht einen furchteinflössenden Eindruck hinterlässt. Sie nehmen die Anhalterin Sarah mit und buhlen kurzerhand auch um die Gunst der Blondine, doch der Monster Man verfolgt sie anscheinend noch immer. Oberflächlich betrachtet drehte Michael Davis ein stinknormales Roadmovie ab, nur mit einem Hang zum Backwoodgenre und den dazugehörigen degenerierten Freaks. Bis die Action allerdings in der zweiten Hälfte losgeht, ist diese Teeniekomödie geprägt von allerlei pubertären Dialogen, rund um das Thema Muschis und Pussis (O-Ton). Zum Teil ist daran die miese deutsche Synchro schuld, die das ganze auf Kinderniveau herabzieht, zum Teil ist es einfach das Drehbuch, das sich die Charaktere mit nichts anderem beschäftigen lässt, als mit Schabernack unter der Gürtellinie der beiden Jungs. Als dann endlich der Monster Man ins Spiel kommt, wird der Zuschauer mit einigen Verfolgungsjagden belohnt, die zwar nicht gerade super spannend sind, aber den Film am laufen halten. Dabei kann natürlich das rustikale Design des Fahrzeugs überzeugen, der rostige Stahl ist genauso stumpf zusammengesetzt wie die Hautfetzen des Fahrers. Das Finale ist geprägt von einer hanebüchenen Auflösung des ganzen Unfugs, dazu bedarf es eines dämlichen Redeschwalls der Hinterwäldler, die auf den armen Adam einreden, als wollten sie den totquatschen. Zumindest gibt es dann endlich ein paar nette Goreszenen, die sich auch in ihrer technischen Umsetzung sehen lassen können. Über die gesamte Laufzeit sollte man davon nicht zuviel erwarten, denn "Monster Man" ist als Komödie angelegt und der Horror- Splatteranteil ist erst in der zweiten Hälfte partiell zu erkennen. Und wenngleich dies durchaus Unterhaltung der nett trashigen Art ist (zumindest was die skurrile, billige Story angeht), das menschliche Chili gibt es in "TCM 2" komischer und die Autoverfolgungen in Steven Spielbergs "Duell" allemal spannender vorgekaut, dafür können die Darsteller überzeugen. Wirklich einzigartig ist nur die Zusammenstellung der geklauten Details zusammen mit dem PS-Monster und dem leider etwas ausgiebigen Teeniehumor und zahlreichen ortsansässigen Rednecks, denen merkwürdigerweise einzelne Gliedmaßen fehlen. Wenn überhaupt, dann im Original anschauen, die deutsche Synchro macht daraus endgültig eine Pubertätskomödie.

Fazit: Kleine, überbewertete Hillbilliekomödie als Roadmovie, witzig bis albern und mit bösem Monstertruck, der alle plattfährt. 5/10 Punkten

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