"Call Me Alma" ist ein Drama und erzählt erst einmal die alltägliche Arbeit als Prostituierte. Dabei begegnet sie Stammfreiern, die beim Akt gerne zuhauen, zu früh kommen oder sich einfach zu schnell verlieben. Nach einem Spaziergang durch die Straßen Manilas im Jahr 1999 kurz vor dem Weltuntergang begegnet sie einer älteren Frau, die behauptet ihre Mutter Sheila zu sein. Vor 22 Jahren hatte Sheila sie verkauft und möchte jetzt nach ihrer Alzheimer-Erkrankung wieder Kontakt zu Alma aufnehmen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Bataan, um ihren Vater zu finden, den Sheila aber seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Sheilas Krankheit schreitet immer weiter voran und vergisst manchmal wer sie ist, wo sie ist oder lässt versehentlich einfach die Blase laufen. Das ist auch für Alma eine außergewöhnliche Situation und Belastung und sie weiß oft nicht, wie sie damit umgehen soll. Mit der Zeit finden die beiden Frauen jedoch immer mehr zueinander und Sheila wünscht sich nichts mehr als als Almas Mutter akzeptiert zu werden.
Werden sie Almas Vater finden und wird Alma mit dem Alzheimer ihrer Mutter klarkommen? Gehen sie gemeinsame Wege oder werden sie sich wieder trennen?
Spannende Fragen, die in sehr herzzerreißenden Momenten dargestellt werden. Das Schauspiel der zwei Frauen wurde mit zunehmender Laufzeit auch immer stärker und die Geschichte von Sheilas Leben kickt auch nochmal ganz ordentlich.
Trotzdem hat die Mischung für mich nicht so ganz gepasst, es war irgendwie nicht stimmig. Dieses ernste Drama eingebettet in dieser leuchtenden Erotikwelt war fehl am Platz oder wurde nicht so gut inszeniert. Der traurige Teil war definitiv der bessere, aber es sind zwei verschiedene Tonalitäten, die schwer kombinierbar schienen.
Dennoch hat mir der Film gut gefallen, der mit wenig Erotik daherkommt, aber dafür stetig wachsende Charaktere zu bieten hat.