Review

Bei diesem Film hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, die Macher wollten ein episches Meisterwerk schaffen, ganz im Stile von „Tiger & Dragon“.
Ist aber nicht gelungen, denn bis auf ein paar brauchbare Computereffekte und weniger, aber guter Landschaftsaufnahmen mangelt es vor allem an einer ansprechenden Story.

Japan, 17.Jahrhundert: Soeben schlug das Togukawa-Shogunat eine Revolte von Christen nieder, bei der auch ihr Anführer Tokisada geköpft wurde. Doch zehn Jahre später taucht dieser als Dämon wieder auf und verfügt über gewaltige Fähigkeiten. Gemeinsam mit einigen Samuraikriegern will er eine Armee gründen, um das Shogunat zu vernichten…

Was der Geschichte primär fehlt, ist ein Sympathieträger, der das Geschehen zu einem mitreißenden Erlebnis macht. Aber weder der skurril geschminkte Dämonenkämpfer noch seine schablonenhaft charakterisierten Gegner können Interesse wecken. Da prasseln endlos viele Namen auf einen ein, vermischen sich mit politischen Intrigen und Machtspielen und irgendwann ist man froh, dass sich ein Vater gegenüber seinem Sohn als solcher zu erkennen gibt, denn der Zuschauer wäre nicht drauf gekommen.
Und was nützt es, den Schwertkämpfer Inshun breit und lang zu präsentieren, ausgedehnt seinen Wechsel in die Dämonenwelt zu schildern, wenn dieser kurz darauf in einem schlicht gestalteten Fight seinen Löffel abgibt, weil seine Waffe durchgebrochen ist.
Klingt alles ganz amüsant, ist es aber zu keiner Zeit, denn der Streifen nimmt sich verdammt ernst, was ihm nicht gut tut. Humor sucht man ebenso vergeblich, wie spannende Szenen, denn selbst der Endkampf ist viel zu schnell zu Ende.

Neben ein paar sehr stelzigen Dialogpassagen wird natürlich auch noch gekämpft, aber das gestaltet sich weder sonderlich spektakulär, noch blutig. Bis auf ein paar übermenschliche Sprünge über zehn Meter Höhe/Weite nichts, was in den 70er Eastern nicht schon besser und vor allem schneller ablief. Einzig die CGIs sind gelungen, wenn die Dämonenkrieger das Zeitliche segnen, staubig bluten, um letztlich in tausend Pixel zu zerfallen. Auch einige Kulissen können den Hauch von Atmosphäre aufweisen, wie eine Szene im Wald, bei der das Laub munter umherweht oder eine Felsküste, an der sich zwei Schwertträger austoben.
Darsteller und ihre Synchro sind okay, ebenso der Score.

Bringt aber alles keine dolle Unterhaltung, denn die emotionslose und steril präsentierte Story fesselt zu keiner Zeit. Und wenn sich gerade mal einer der wenigen Kämpfe anbahnt, kommt wieder einer daher und erklärt seinem Gegner erstmal, warum er/sie zu welcher Gruppe gehört. Schlimmer noch: Die Person ist einem egal…
3 von 10 Punkten

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