Review

Mit Biber, Schaf und Faultier gab es bereits einige Formen, die im Tierhorrorbereich eher unüblich sind. Und wenn man sich schon in Australien befindet, bleibt eigentlich nur die Wahl zwischen Koala und Känguru. Letzteres wurde bereits in Kurzfilmform aufs Publikum losgelassen und markiert zugleich das Langfilmdebüt von Regisseur Ryan Coonan.

Im australischen Hinterland hat Maddie (Tess Haubrich) das Erbe ihres Vaters angetreten und ist als Gesetzeshüterin unterwegs. Als der schrullige Schmitty (Michael Biehn) sie vor einem Zombie-Känguru warnt, schlägt sie diese in den Wind. Bis zerfetzte Leichen einiger Minenarbeiter aufgefunden werden…

Eigentlich zeichnen sich für derartige Kapriolen oftmals die Leute von Asylum verantwortlich und die Figurenkonstellation erinnert an deren Genrebeiträge. Die überschaubare Zusammensetzung erscheint jedoch sympathisch, während der ländliche Ort zumindest phasenweise ein wenig Atmosphäre schürt. Das titelgebende Känguru Rippy lässt hingegen eine Weile auf sich warten, obgleich es bereits im Vorfeld recht lauthals durch den Busch tönt.

Leider versäumt die Erzählung Humor einzustreuen, was sich im Zuge der Bedrohung geradezu aufdrängt. Stattdessen gibt es emotionale Einschübe mit Beziehungsverarbeitung und Vergangenheitsbewältigung, was teils den Drive ein wenig zu sehr herausnimmt.
Zwar gibt es zwischendurch kleine Kollateralschäden, doch die Taten werden ins Off verlagert, so dass es zunächst nicht mehr gibt, als zwei zerfetzte Körper in der Leichenhalle.

Erst als das Kollektiv auf die gezielte Jagd geht, schaltet das scheinbar unkaputtbare Beuteltier einen Gang höher und wirft auch mal Autos um. Die CGI fallen zweckdienlich aus, die Moves gehen in Ordnung, doch trotz toter Augen sieht furchterregend halt anders aus.
Entsprechend baut man mehr auf die Wucht des tierischen Killers, der final auch mal einen Bauch aufritzt, wodurch immerhin noch etwas Gekröse zum Vorschein kommt.

Bei alledem setzt der Score primär im finalen Akt auf Druck und auch die Darsteller, allen voran Michael Biehn sind mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache und erledigen einen passablen Job. Zwar fällt der Showdown nicht allzu spektakulär aus und unterstreicht einmal mehr das eher geringe Budget, doch eingefleischte Genrefans werden den Beitrag der Vollständigkeit halber ohnehin sichten, was sich in Sachen Spannung und Unterhaltungswert allerdings nur bedingt lohnt.
5,5 von 10

Details
Ähnliche Filme