Review

Kein Horrorsternemenü

Projekte über Köche, Küche und Restaurants erleben in den letzten Jahren einen unübersehbaren Boom. Spätestens seit der Topserie „The Bear“, aber auch im genrenäheren Bereich gab es mit „The Menu“ oder dem thailändischen Geheimtipp „Hunger“ auf Netflix genug zwischen die filmnerdigen Beißer. Da sollte der Kühlschrank beim Filmgucken besser nicht leer sein! Nun liefert wieder mal Blumhouse Amazon mit „House of Spoils“ Oktoberware in diesem Metier, wo eine Topköchin aus der Stadt ihr eigenes exklusives Restaurant abgeschieden auf dem Land eröffnet - und dort schnell mit alten Geistern zwischen Pfannen und Pannen kämpfen muss…

Das Auge isst mit

„House of Spoils“ leidet darunter, dass er seine leckeren Karten weder als Drama noch als Horrorfilm ausspielt. Er sitzt zwischen den Stühlen, die Klischees nehmen ganz gemütlich Platz und Langeweile stellt sich schneller ein als einem lieb ist. Hier und da lässt ein leckerer Teller mal den Magen rumoren, die DeBose wirkt überzeugend als Köchin und der Look kann sich bis auf ein paar schwache Computereffekte (Kakerlaken, Maden, Fäulnis) sehen lassen. Dann kommt wieder Gruselgenerik mit knirschenden Türen und klappernden Fenstern. Der Hauptfigur gönnt man Erfolg, die restlichen Nebenfiguren wirken dagegen wie Clowns. Es wird sichtlich versucht zu entlarven wie scheinheilig viele Kritiker und abgehobene Experten sind - was man auch weit über den Foodzirkel hinaus lesen kann. Die Metaphern für Selbstzweifel und Sorgen sind plump, einige Dialoge sind gestelzt, Blumhouse weiß ganz genau, dass das nur Füllmaterial ist. Es fehlen eigene Sprache, eigener Rhythmus, eigene Identität. Irgendetwas, das im Gedächtnis bleibt. Ohne je komplett alles anbrennen zu lassen. Ob man die hundert Minuten allerdings opfert oder lieber schön mit der Liebsten zum Italiener geht, das muss jeder selbst entscheiden…

Ekel, Eleganz, Egalsein

Fazit: eher Snack als vollständiges Essen… „House of Spoils“ ist typische Blumhouse-Bückware, die zum Streaming abgeschoben wird. DeBose hält die Blicke und schlecht produziert ist das Ganze nicht, sieht teils sogar schnieke und mundwässrigmachend aus. Aber insgesamt dann doch für den hohlen Herbstzahn. Richtig übel aber nie. 

Details
Ähnliche Filme