Brennt und hat Spiel!
Nachdem Del Toro seine Trilogie leider nie abschließen durfte, er trotzdem zwei unsterbliche und unvergessene "Helloboy"-Kunstwerke und -Kracher geschaffen hat und man mit der Neuauflage vor ein paar Jahren trotz all dem Splatter und Gekröse dann ziemlich auf die Nase fiel, Rückschritte machte, geht man jetzt meiner Meinung nach wieder in die korrekte Richtung und es kommt nun eine noch kleiner und genreaffiner gehaltene Version des mächtigen Höllenjungen, in der er in den 50ern im Niemandsland der Appalachen mit einer jungen neuen Agentin gegen einen garstigen Hexenzirkel ermitteln und kämpfen muss...
Hellboy All Along
Manchen wird "Hellboy: The Crooked Man" zu redselig und actionarm sein, anderen zu düster und horrorlastig, wieder anderen zu gruselig oder man vermisst einfach Perlman, Del Toro, vielleicht gar Harbour oder einfach Schauwerte, Spektakel, Wumms. Aber ich muss sagen, mir hat "Hellboy 4" (wenn man ihn den so nennen will) viel besser gefallen als erwartet. Vielleicht liegt das auch an den niedrigen Erwartungen und dem suboptimalen "Vorgänger". Eher wohl an der okkulten und creepy Atmosphäre und den böseren Themen. Der neue Hellboy-Darsteller fällt zumindest nicht total ab, macht seine Sache in Ordnung. Ab und zu kracht es noch, das Meiste wurde aber bezüglich gothic Gänsehaut verbessert. Manchmal ist das näher an "Sleepy Hollow" als an "Hellboy". Aber ich kann damit wie gesagt gut leben. Mir wird eine stimmige, kleine "Hellboy"-Story erzählt. Mehr brauche ich manchmal nicht. Eine Schlechtenachtgeschichte mit einem markigen Kerl und "Detektiv". Coole Songs. Effekte leider nur okay, hier merkt man das niedrigere Budget am klarsten. Lustige Sprüche, aber nie zu augenzwinkernd. Netter Sidekick die Lady, mehr als das eigentlich. Ein paar fiese Gestalten und Monster aus Haut, Knochen und Gerümpel. Eine Spinnen- oder Schlangenphobie sollte man nicht haben. Die Bilder sind enorm dunkel und schattig, den sollte man also sowas von in einem komplett abgedunkelten Raum gucken. Aber dann wirkt er. Ich mag Hellboy als Figur sehr. "Hellboy"-Geschichten müssen nicht immer Effektgewitter und Actionbombast sein. Diese legendäre Comicfigur hat auch charakterlich einiges auf dem Kerbholz... und das spürt man hier. Plus dem Stoff liegt das Horrorgenre einfach krass gut.
Witchfisting
Fazit: Willkommen im B-Movie-Höllenschlund, lieber Hellboy! Und dort fühlt sich der lässig-feurige Big Red zurecht pudelwohl... Nicht so opulent wie die Del Toros, nicht so splattrig wie "Call of Darkness", insgesamt irgendwo qualitativ zwischen den beiden Extremen. Aber eher gut. Ohne allzu hohe Erwartungen. Hat mir Spaß gemacht mit seinem horrornäheren, düsteren, persönlicheren Ansatz!
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FRANCHISERANKING
Hellboy - 8,5/10
Hellboy: The Golden Army - 7,5/10
Hellboy: Call of Darkness - 5/10
Hellboy: The Crooked Man - 6,5/10