Autor und Regisseur Rec Revan konnte sich augenscheinlich nicht so recht entscheiden, worin sein Survival-Thriller münden sollte. „127 Hours“ stand hier ebenso Pate wie Anleihen eines konventionellen Zombiefilms und lediglich die Tatsache, dass der Beitrag aus Aserbaidschan stammt, hebt ihn ein wenig von Genreverwandten ab.
Irgendwo in der Pampa werden ein paar Dutzend Menschen von Bewaffneten per LKWs verschleppt und ausgesetzt. Zuvor wurde ihnen eine ominöse Injektion in den Nacken verabreicht. Während fast alle während der Flucht erschossen werden, gelingt dem Paar Ejla und Arwin die Flucht. Doch sie landen in einem tiefen Schlammloch, aus dem es ebenfalls kein Entrinnen zu geben scheint…
Die Einleitung gestaltet sich angemessen grimmig und unbarmherzig. Flüchtende werden etwa mit einer Körperteilung sanktioniert und obgleich einige während des Transports Fluchtpläne aushecken, scheinen diese in Anbetracht mehrerer bewaffneter Schergen nahezu aussichtslos. Die in wenige Kontraste getauchte Wüsten – und Felsenlandschaft fügt sich gut in die triste Stimmung und auch der ordentlich ausgearbeitete Score unterstreicht die Atmosphäre angemessen.
Aufgrund des temporeichen Einstiegs bleibt jedoch kaum Zeit für Figurenzeichnungen. Man weiß noch nicht einmal, in welcher Beziehung das Paar zueinander steht und ob die nicht einfach nur bekannt oder befreundet sind und es wird auch in keinem Moment erwähnt, dass eigentlich eine Pandemie vorherrschen soll. Für den hauptsächlichen Verlauf ist dies auch ohne Belang, denn wenn man relativ hoffnungslos zwischen zwei Felswänden steckt, spielen Zeit und Umstände kaum eine Rolle.
Zwar steckt man nicht körperlich fest, da man sich noch bewegen und auf engem Raum agieren kann, doch Halt geben die Wände nicht und man kann entweder auf Rettung von außen oder auf richtig viel Regen hoffen. Leider wird der Fokus auf nächtliche Szenen gelegt, die größtenteils schlecht ausgeleuchtet sind und nach einer Weile stellt sich vermehrt Langeweile ein, da dem Unterfangen die Ideen auszugehen scheinen.
Dabei ahnt man bereits früh, dass Infizierte noch eine Rolle spielen könnten, doch jene zusätzliche Bedrohung bleibt fast gänzlich aus.
Statt eine gefühlte Ewigkeit in dem Loch zu verharren und die stets gleichen Floskeln von sich zu geben, hätten Zombies gewiss ein wenig Spannung eingebracht, doch dafür sollen die finalen Minuten ausreichen. Hier tauchen genau drei Infizierte auf, die es mit der Nahrungsaufnahme auch nicht so genau nehmen und obgleich sich mit dem Ausgang der Kreis wieder schließt, bleibt der Eindruck hängen, dass viel Potenzial verschenkt wurde.
Den wenigen Mimen ist nicht viel anzukreiden und selbst die Nebendarsteller erledigen einen passablen Job, gleiches gilt für die zweckdienliche, jedoch keinesfalls laienhafte Inszenierung, bei der bis auf CGI-Blut kaum etwas negativ auffällt. Dennoch setzt die Geschichte falsche Prioritäten und wer den Fokus auf Untote gerichtet haben will, geht in diesem Überlebensabenteuer nahezu leer aus.
4,5 von 10