Es ist schon ein wenig verkaufstechnisch dreist den vorliegenden Streifen WHORE 2 (deutsch: "Huren") als Fortsetzung von "Die Hure" anzupreisen. Der dokumentarisch inszenierte Film ist natürlich keine Fortsetzung, sondern spielt nur im selben Umfeld.
Die Handlung ist dünn: Ein Autor möchte ein Buch über Huren schreiben, quartiert sich in einem Stundenhotel ein und interviewt einige Prostituierte. Dabei erfährt man einiges über deren Background und über den Background des Autors.
Viel geschieht nicht. Jedoch kommt das Ganze authentisch rüber, ist m. E. eher ein Doku-Drama als ein reißerischer Film. Nicht vom Cover auf falsche Fährten führen lassen. Lange passiert nichts, was die 18er-Freigabe rechtfertigen würde. Es gibt keine grafischen Sexszenen, wie man vermuten könnte.
Eine brutale Vergewaltigung und ein Mord zum Ende des Films sind dann doch nicht ohne. Wenn man bedenkt, dass der Film 1994 mit der hohen Alterseinstufung bewertet wurde, ist das sicherlich okay. Ich denke, dass der Film heutzutage sicherlich eine FSK 16 bekommen würde.
Was bleibt unterm Strich ... auf dem Strich? Ja, ich weiß, es ist ein blöder Witz!
Fazit: Echte Huren, die sich weitgehend selber spielen. Die Grenze zum Pornografischen wird dabei sorgsam umgangen oder nur angedeutet. Der Film wirkt trotzdem und kann in seinem sehr engen Unterhaltungsrahmen gut unterhalten. Eine "leichte" Sozialstudie mit sehr vielen Dialogen, wenig Handlung, aber guten Darstellerinnen und Darstellern.
Doch meilenweit von "Die Hure" entfernt. Einen Vergleich hat WHORE 2 ("Huren") nicht nötig, denn das kurze und kurzweilige Filmchen wirkt auf seine kleine Weise.
90er-Jahre-Strich-Drama, das wahrscheinlich keiner kennt. Ich bin zufällig draufgestoßen und habe es nicht bereut.