Die Geschichte der Regiebrüder Xu fühlt sich wie ein Relikt der 70er an, als das Kino aus Hongkong so richtig boomte. Es geht um Stolz und Ehre, aber auch um die Gegensätze von Moderne und Tradition.
Tianjin, eine kleine Provinz in den 1920ern: Als der Meister eines Kampfkunstzirkels im Sterben liegt, lässt er seinen Sohn Shen gegen seinen besten Schüler Qi antreten. Letzterer gewinnt, doch Shen will die Niederlage nicht so recht auf sich sitzen lassen…
Die kleine Zeitreise hat mit einigen Widersprüchen zu kämpfen. Ein besonders auffälliges Merkmal ist die Musik, die teils typisch westliche Elemente aufgreift, welche jedoch oft im Kontrast zur eigentlichen Atmosphäre stehen. Neben Synthieflächen kommen eine Mundharmonika und eine E-Gitarre zum Einsatz, die zwar eine Handvoll eingängiger Klänge erzeugen, jedoch zu keiner Zeit antreiben und die Dynamik der Fights unterstützen.
Ein anderes, nicht immer homogenes Element ist die Ausstattung. Teile des Bühnenbildes wie das Treiben auf einem Markt sehen speziell aus der Vogelperspektive toll aus, doch zum Finale wirken einige Hintergründe wie bemalte Pappe. Durchweg gelungen sind hingegen die Kostüme und auch die Kamera ist um variable Blickwinkel bemüht, ohne dabei zu ausschweifend zu experimentieren.
Die eigentliche Geschichte ist indes recht mager und kommt ohne Überraschungen daher. Es gibt noch nicht einmal einen ausgemachten Bösewicht, denn die jeweiligen Motive fallen ganz und gar nicht boshaft aus und entsprechend handelt keiner der beiden Rivalen hinterhältig. Dies offenbart sich auch während der Kämpfe, bei denen immer mal wieder innegehalten wird, um nach einigen Moves zu sehen, wer gerade die Oberhand gewonnen hat.
Die Fights selbst sind allerdings sauber choreographiert und bereiten primär im finalen Akt Freude, denn da konzentriert sich letztlich alles auf die Wahl der Waffen und eine ganze Horde unterschiedlicher Kombattanten, auch westlicher Herkunft, die es auf einen der Hauptfiguren abgesehen haben. Schade, dass diese figurentechnisch schwach ausgearbeitet sind und selbst eine nebensächlich abgehandelte Romanze null Emotionalität beifügt, was nicht zuletzt an den nicht allzu ausdruckstarken Darstellern liegt.
Ein paar Auflockerungen hätten der Angelegenheit gewiss nicht geschadet und auch etwas mehr Blutvergießen wäre in Anbetracht der vielen Auseinandersetzungen angebracht gewesen.
Die sauber und nie zu hektisch ausgeführten Kämpfe machen zwar Laune, jedoch schürt das Drumherum kaum Interesse und Spannung kommt bei alledem so gut wie nie auf.
Eher etwas für eingefleischte Martial Arts Fans, die im Zuge der 108 Minuten Laufzeit zuweilen etwas Geduld mitbringen müssen.
5,5 von 10