Kaum ein international bekannter Schauspieler dürfte sich im Verlauf seiner Karriere so häufig verletzt haben wie Jackie Chan. Und auch im gehobenen Alter von 70 Jahren versucht er nach wie vor einen Großteil der Action selbst zu absolvieren, was Genrefans zumindest ein Gefühl nostalgischer Verbundenheit bescheren dürfte.
Jackie Chan sucht eine erholsame Abwechslung zum harten Drehalltag. Da kommt ihm die Patenschaft für ein ungewöhnliches Pandababy im Noah Zoo gerade recht. Doch just während der feierlichen Veranstaltung entern Söldner das Gelände, um das Tier für einen reichen Auftraggeber zu entführen…
Leider wird die Metaebene – Jackie Chan spielt hier eine Version seiner selbst – nur allzu selten angewandt, was sich speziell bei der fulminanten Eröffnungsszene offenbart, als eine Kirche binnen weniger Momente zu Kleinholz verarbeitet wird. Es folgen zwar immer mal wieder kleine Anspielungen auf seinen Kultstatus mit leichtem Augenzwinkern, doch sonderlich subtil ist das nicht untergebracht.
Mit dem Zoogelände ergibt sich hingegen eine kunterbunte Spielwiese, die vor allem im Hintergrundbereich viele Möglichkeiten eröffnet, um mithilfe der Gegebenheiten einige Fights zu bestreiten. Man turnt auf einem Gabelstapler, jongliert im Tiergehege mit den örtlichen Gegebenheiten oder verkriecht sich zur Abwechslung auf einen Leuchtturm.
Die Fights sind passabel choreographiert und lassen ansatzweise einige Raffinesse erkennen, welche komplett auf Chan zugeschnitten ist, wobei der Mime weitgehend selbst Hand anlegt und herumwirbelt, soweit es die Physis zulässt.
Abstriche sind hingegen bei den zuweilen arg platten Gags zu machen und auch die Gegenspieler fallen eher in die Kategorie überzeichneter Übeltäter. Überhaupt fällt die Story arg flach und generisch aus, so dass Überraschungen bis auf eine finale Enthüllung flach fallen, wobei die letzten Minuten doch arg kitschig ausfallen.
Gleiches gilt für den animierten Panda, der etwas zu häufig merkwürdige Töne abgibt und von der Physiognomie etwas schlaff daherkommt. Noch schwächer sind allerdings eine Handvoll Nashörner animiert, wobei generell auffällt, dass in jenem Zoo kaum Tiere anzutreffen sind.
Entsprechend setzt die Erzählung auf ein konstant flottes Tempo und rasche Schauplatzwechsel, während das Zusammenspiel mit zwei Nebenfiguren zwar sympathisch, aber austauschbar daherkommt. Jackie Chan liefert wie eh und je, doch das Drumherum fällt weder komplett familientauglich, noch sonderlich abenteuerlich im Sinne des Erfinderischen aus. Einerseits angenehm unbeschwert, andererseits recht oberflächlich und ideenlos.
Knapp
6 von 10