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Wer sich intensiv mit dem Bösen beschäftigt, benötigt hin und wieder einen seelischen Ausgleich. Das erklärt womöglich, warum Autor und Regisseur Adrian Langley zwischen Hinterwäldlerterror auch mal kitschige Weihnachtsfilme abliefert. Der Fortsetzung seines Schlachtertreibens fehlt es allerdings an innovativen Moves.

Vier auffällige Reisende stranden in der Pampa, als ihnen ein großes Wildtier in den Wagen läuft. Es stellt sich heraus, dass die vier Entführer sind und ihr Opfer im Kofferraum verbargen. Doch mit Clyde und Crusher lauern im Wald zwei Gestalten, die noch garstiger drauf sind als die Entführer…

Der klassische Redneck-Horror lässt sich inhaltlich kaum noch variieren und so steigt auch dieser Stoff so klassisch vertraut ein, als eine verletzte Frau durch den Wald läuft, um schließlich von einem der bösen Wichte gestoppt zu werden. Mit der Einführung der potenziellen Opfer wird immerhin etwas Unbehagen gestreut, denn die nervösen Individuen verhalten sich auffällig und aggressiv und werden speziell beim obligatorischen Zwischenstopp an der Tanke recht unruhig, als auch noch ein Polizist aufkreuzt. Sympathisch erscheint von denen natürlich niemand.

Die Hinterwäldler, die im weitgehend unbekannten Vorgänger als Kannibalen deklariert wurden, gehen im Verlauf nicht allzu metzgerisch zu Werke. Während mit einer alten Handkamera mal kurzfristig die Perspektive gewechselt wird, landet eigentlich nichts im Kochtopf oder der Pfanne, jedoch ist eine Kastration am Start und vereinzelte Einschüsse fallen recht explizit aus. Die Effekte sind durchweg handgemacht und können sich über weite Teile sehen lassen, wobei die drastische Note nur teilweise zur Geltung kommt.

Das liegt in erster Linie am eher ruhigen Verlauf, der wenig auf Tempo denn Ausführungen des Fieslings setzt, was den Fluss zwischenzeitlich zum Erliegen bringt. Da bringt es wenig, einen einzelnen Cop auf Spurensuche einzubinden, zumal der Wald, trotz vereinzelter Sonnenstrahlen komplett austauschbar anmutet. Leider verhält es sich mit den Teuflischen ähnlich, denn ihren Erscheinungen und Ausführungen mangelt es an Intensität und ein Koloss wie der Crusher wird grundlegend nur unscharf in Szene gesetzt.

Überraschungen sind demzufolge nicht zu erwarten, nur das Geheimnis der entführten Person hält vage bei Laune und entpuppt sich final doch als minimale Überraschung. Am Ablauf im finalen Akt ändert dies jedoch nichts, einschließlich der gefühlt sieben Leben der Gesetzlosen.

Während der düstere Grundton und die karge, jedoch morbide Ausstattung in Ordnung gehen, performen die Mimen allenfalls zweckdienlich, gleiches gilt für den Score, welchem zum finalen Akt die dramaturgischen Mittel fehlen. Spannung kommt bei alledem nur selten auf und obgleich ab und an ein wenig Gekröse involviert ist, reicht dies nicht aus, um in der Masse ähnlich gelagerter Pendants positiv hervorzustechen. Für Komplettisten okay, alle anderen können ihn auslassen.
Knapp
5 von 10

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