Sein beschauliches Leben als Bauarbeiter an der US-amerikanischen Ostküste beschert dem Junggesellen Mike McKenna (Mark Wahlberg) manch seltsame Bettgenossin: derzeit gelingt es ihm, seine ehemalige Lehrerin zu daten. Seine Kumpels machen zwar jede Menge blöde Witze darüber, aber Mike ist überzeugt von dem, was er tut. Umso überraschter ist er, als plötzlich seine ehemalige Klassenkameradin Roxanne (Halle Berry) in der Stadt auftaucht, mit der Schwerenöter Mike früher mal ein Techtelmechtel hatte.
Doch der gemütliche Plausch über alte Zeiten endet jäh, als ihm Roxanne gänzlich unerwartet eine Betäubungsspritze verpasst. Als Mike wieder erwacht, befindet er sich in Europa, in London. Dort wartet ein heikler Auftrag eines Spezialteams auf ihn - die titelgebende Union tritt meist dann auf den Plan, wenn der CIA gewisse Einsätze zu heiß werden. Roxanne hatte vor kurzem eine Mission in den Sand gesetzt und sucht seitdem nach einem unvorbelasteten Nobody, der in vorderster Linie an der Front agieren kann, ohne aufzufallen. Die eingeräumte Möglichkeit, diesen Einsatz doch noch abzusagen, ist eher rhetorischer Natur, und obwohl der Ostküstenmann kurz zögert, wird er doch schon bald zum Team gehören. Ein fulminanter Agenteneinsatz wartet auf ihn - und seine Freundin aus Jugendzeiten ist auch stets mit dabei...
Ein paar bekannte Namen und ein generisches Drehbuch sind die Hauptzutaten zu einem neuen, besser gesagt weiteren Wahlberg-Streifen, der nach sattsam bekannter Manier mit einem Typen aus der Nachbarschaft beginnt, der ganz unvermittelt in ein Action-Abenteuer gerät. Wie nicht anders zu erwarten fügt sich Mike aka Wahlberg den Gegebenheiten und erzielt nach anfänglichem Stolpern auch einige Erfolge, sprich: er bewährt sich. Und wie üblich nimmt sich The Union, diesmal unter der Regie des TV-erprobten Julian Farino entstanden, auch nicht immer ganz ernst und läßt dem Hauptdarsteller jede Menge Raum für seine typischen Sprüche in mal fieser, mal launischer, mal anzüglicher oder einfach nur seltsamer Art. Gähn.
Punkten kann die mit einem flotten Score aufgepeppte seelenlose Agentenstory immerhin mit einigen ordentlich in Szene gesetzten Prügeleien oder auch Verfolgungsjagden in Autos, wobei die Location der Adriaküste rund um Triest durchaus etwas fürs Auge zu bieten hat.
Plottechnisch stellt sich etwa in Filmmitte heraus, daß ein Teammitglied falsch spielt, woraufhin sich gleich die nächste Herausforderung für Wahlberg/Berry ergibt, nämlich den Maulwurf aufzuspüren, der den Ruf von Tom Brennans (J.K. Simmons) legendärer Union-Truppe untergräbt. Um der von der CIA angedrohten Auflösung zu entgehen, müssen die beiden sogar noch einen Zacken zulegen - doch davon überträgt sich rein gar nichts aufs Publikum.
Während das Autorennen zwischen einem violetten 911er, einem orangen Ford Focus und einem uralten blauen 5er-BMW auf den slowenischen Bergstraßen ganz nett anzusehen ist, ergeben andere Handlungspunkte, wie z.B. die Tätigkeit von Mikes Freund in der Heimat, der sämtliche in die USA ankommende Luftfracht checkt (gibt es das in echt?) nicht wirklich einen Sinn, wenn Mike, der zu diesem Zeitpunkt in ganz Großbritannien von allen Polizisten gesucht wird, erst einmal unerkannt aus London rauskommen muß. Aber logische Zusammenhänge spielen bei The Union ohnehin keine besondere Rolle, und so kreuzt der Mann aus Boston schon bald wieder munter in New Jersey auf.
Ein wenig spektakuläres Ende, in dem Wahlberg/Berry dann - welch Überraschung - nach all der Action auch mal Zeit für Zwischenmenschliches (hier: in der Abstellkammer, ach wie lustig?) haben, beschließt dann diesen bestenfalls durchschnittlichen Actioner, von dem außer der Erkenntnis, daß es in diesem Genre noch viel schlechtere Streifen gibt, schlicht gar nichts im Gedächtnis hängen bleibt. 5 Punkte.