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Special - Silvesterpreview

iHaveCNit: Queer (2025) – Luca Guadagnino - Mubi

Deutscher Kinostart: 02.01.2025

gesehen am 31.12.2024 in OmU

Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 6, Platz 1 – 20:30 Uhr

Der Amerikaner William Lee lebt finanziell ausgesorgt im Exil in Mexiko, damit er dort das Leben genießen und seinen Drogentrips und seinen homosexuellen Neigungen frönen kann. Durch Zufall trifft er auf den wesentlich jüngeren amerikanischen Ex-Soldaten Eugene Allerton und ist mehr als nur fasziniert von ihm, so dass zwischen den Beiden eine komplizierte Beziehung entsteht, die auf die Probe gestellt wird, als Eugene William auf eine Reise in den Dschungel Südamerikas begleitet auf der Suche nach einer ganz speziellen Droge.

Ein Filmemacher, der mein Filmjahr 2024 nachhaltig beeinflusst hat, ist Luca Guadagnino. Dank einer Verschiebung des Starttermins seines Films „Challengers“ von September 2023 in den April 2024 hat es der Film geschafft, nicht nur ein Teil meiner Top10 des Jahres, sondern am Ende an der Spitze meines Filmjahres 2024 zu landen. Und das, obwohl Guadagnino bei mir immer entweder „Hit“ or „Miss“ ist. „A Bigger Splash“ war eher miss, „Call Me By Your Name“ dann hit, Suspiria wieder miss und „Bones And All“ auf der Schwelle zwischen Hit or Miss. Nach „Challengers“, der ganz klar wieder hit war war ich gespannt, ob wo „Queer“ landen wird. Bei „Queer“ handelt es sich um einen semibiographischen Film auf einem Roman von William S. Borroughs, bei dem Daniel Craig eine dem Autoren nachempfundene Rolle spielt. Und hier kann Daniel Craig nach seinem Abschied von der James-Bond-Reihe sich von den durchaus vorhandenen darstellerischen Fesseln lösen und komplett freidrehen. Alleine für Fans von Daniel Craig lohnt sich bereits der Kinobesuch für „Queer“. Audiovisuell ist der Film auch großartig gelungen und die Art und Weise, wie Guadagnino körperliches Begehren und Leidenschaft inszeniert wirkt einzigartig. So hat mich der Film über weite Strecken faszinieren und in seinen Bann ziehen können – aber nicht vollständig. Dafür versucht Guadagnino bei der Symbolik und der Inszenierung des fieberhaften Drogenrauschs eine Spur zu sehr David Lynch zu sein, so dass es mich trotz der eigenen Einstellung hier auch einen fieberhaften Drogenrausch auf der Leinwand visuell zu erleben ein wenig aus dem Filmerlebnis gerissen hat, so dass der Film leider nur auf der Schwelle zwischen Hit or Miss für mich eingeordnet werden kann.

„Queer“ - My First Look – 8/10 Punkte




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